{"id":167,"date":"2024-05-13T22:01:07","date_gmt":"2024-05-13T20:01:07","guid":{"rendered":"https:\/\/nonkongress.noblogs.org\/?p=167"},"modified":"2024-06-04T16:09:59","modified_gmt":"2024-06-04T14:09:59","slug":"bulletin-no-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nonkongress.noblogs.org\/?p=167","title":{"rendered":"Bulletin No. 4"},"content":{"rendered":"<p>mit<\/p>\n<p>Vorwort zu \u00d6kologie und \u00d6konomie<\/p>\n<p>und im Anhang<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"left\">Zeit der \u00d6kologie. Das neue Akkumulationsregime \u2013 Kurzfassung (zur Langfassung hier lang: <a href=\"https:\/\/inferno.noblogs.org\/\"><u>https:\/\/inferno.noblogs.org\/<\/u><\/a>)<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"left\">Achim Szepanski: Kapitalismus im Zeitalter der Katastrophe<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"left\">Jason W. Moore: Das planetare Proletariat im planetaren Inferno<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p><!--more--><\/p>\n<h1 class=\"western\" lang=\"de-DE\">Bulletin No. 4 <a href=\"https:\/\/nonkongress.noblogs.org\/files\/2024\/05\/Bulletin-4.pdf\">(pdf)<\/a><\/h1>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\" align=\"left\"><span style=\"font-size: small\"><span style=\"font-size: medium\"><u><b>\u00d6kologie<\/b><\/u><\/span><u><b> <\/b><\/u><span style=\"font-size: medium\"><u><b>und<\/b><\/u><\/span><u><b> <\/b><\/u><span style=\"font-size: medium\"><u><b>\u00d6konomie<\/b><\/u><\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Ganz ehrlich, wer angesichts des ungeplanten Produktionsstopps bei Tesla nicht wenigstens eine klammheimliche Freude versp\u00fcrt hat, muss schon sehr tief in irgendeinem Propagandasumpf feststecken. Entweder in dem arbeitsfetischsozialistischen \u00e0 la Jacobin, denen vermutlich auch zu einer Fabrik die Kinderriegel aus Kindern herstellt, nichts anderes einfallen w\u00fcrde, als die dortigen Besch\u00e4ftigten f\u00fcr Lohnforderungen zu organisieren, oder in dem elektrogr\u00fcnen, der lieber nicht in die Untiefen einer Lithiummine hineinschauen will, solange die CO-2-Bilanz trotzdem stimmt. Uns jedenfalls erscheint eine Sache noch bemerkenswerter, als die Quantit\u00e4t einer Schadenssumme, n\u00e4mlich die Qualit\u00e4t einer Tiefe und Kompromisslosigkeit, die aus dem Angriff und der ver\u00f6ffentlichten Erkl\u00e4rung spricht. Es geht nicht darum mit irgendwem \u00fcber den Ausbau von Produktionskapazit\u00e4ten oder Umweltauflagen zu verhandeln und deswegen braucht es auch weder den \u201cDruck von der Stra\u00dfe\u201d noch die Sichtbarmachung von Bewegungsforderungen, was der politische Hauptinhalt der Klimagerechten in der BRD wie international zu sein scheint. Es geht darum, kaputtzumachen, was uns kaputt macht. So einfach und so schwer. Wir glauben nicht, dass Theorie Praxis ersetzen kann. Aber wir glauben, dass es eine Theorie braucht, die ebenso radikal, tiefgehend und kompromisslos ist. Um tiefer zu graben, als an der Oberfl\u00e4che des gr\u00fcnen Tesla- Kapitalismus, braucht es die Auseinandersetzung, mit dem Begriff der \u00d6kologie.<\/p>\n<h1 class=\"western\" lang=\"de-DE\">Zeitalter der \u00d6kologie<\/h1>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Wir haben den Eindruck, an einem Epochenumbruch zu stehen. Die Welt des postmodernen Sp\u00e4tkapitalismus verabschiedet sich von den bisherigen Gesellschaftsformationen und er\u00f6ffnet neue M\u00f6glichkeiten der kapitalistischen Verwertungsm\u00f6glichkeiten. Ist die Entscheidung zu einem neuen Zeitalter bereits gef\u00e4llt? Wird schon den Beharrungskr\u00e4ften der alten Welt zum Trotz ein Horizont sichtbar, der das Gesicht des Bestehenden ver\u00e4ndern k\u00f6nnte? Am Horizont ziehen die absehbaren Katastrophen und Kollapse einerseits auf, zugleich aber auch die neuen bl\u00fchenden Felder einer nachhaltig bewirtschafteten, gr\u00fcnen, digitalisierten Welt eines modernisierten Kapitalismus.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\" align=\"justify\">Was der gegenw\u00e4rtigen Rationalit\u00e4t entsprechen w\u00fcrde, ist, dass dieses neue Zeitalter das der \u00d6kologie werden k\u00f6nnte \u2013 ein Zeitalter der Regulation der Lebenswelt und der intensivierten Objektivierung der Natur.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Angesichts der Profitabilit\u00e4tskrise des neoliberalen Akkumulationsregimes k\u00f6nnte die \u00d6kologie jede enthemmende Legitimation schaffen, um die Begrenzungen des Kapitalismus auszuweiten:<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">\u201eDie \u00d6kologie f\u00fchrt die Frage nach dem Zweck einer Regulierung der biologischen Zyklen und Gleichgewichte ein. Sie versteht sich als ein Bewusstsein f\u00fcr unsere Umwelt. Im gleichen Atemzug gesteht sie unsere gegenseitige Abh\u00e4ngigkeit von den \u00d6kosystemen ein, die wir zerst\u00f6ren. Die politische Geste dieser \u00d6kologie ist der Versuch, die \u00d6kosysteme zu erhalten. Mit anderen Worten: Die politische \u00d6kologie ist der affirmative Versuch, Solidarit\u00e4t und unsere Verantwortung gegen\u00fcber der Welt in einer bestimmten Art und Weise zu bekr\u00e4ftigen, die Biosph\u00e4re in einen Organismus zu verwandeln. (L\u2019\u00e9cologie, \u00e9conomie contre la vie, <a href=\"https:\/\/entetement.com\/lecologie-economie-contre-la-vie\/\"><span style=\"color: #000080\"><u>https:\/\/entetement.com\/lecologie-<\/u><\/span><\/a> <a href=\"https:\/\/entetement.com\/lecologie-economie-contre-la-vie\/\"><span style=\"color: #000080\"><u>economie-contre-la-vie\/<\/u><\/span><\/a>) Diese Anrufung der Verantwortung gegen\u00fcber der Welt und in ihr des \u00dcberlebens der menschlichen Spezies verschleiert einerseits die Kontinuit\u00e4t von (neokolonialer und patriarchaler) Gewalt und Zerst\u00f6rung und tr\u00e4gt andererseits durch die Formung der Subjekte dazu bei, dass neue Verwertungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr das derzeit krisenhafte Kapital entstehen. Dies produziert \u201edas Begehren, diesmal die Grenzen des Kapitalismus nicht nur auszudehnen, sondern aufzuheben. sich unabh\u00e4ngig zu machen von allem Materiellen, von Energietr\u00e4gern, Rohstoffen, K\u00f6rpern, dem eigenen, aber vor allem von den K\u00f6rpern der Ausgebeuteten und Unterdr\u00fcckten, am liebsten unabh\u00e4ngig zu machen von dem Leben und der ganzen Welt. Am radikalsten artikuliert sich<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">dieses Begehren in den Projekten des Transhumanismus, es findet sich aber auch in der gr\u00fcnen Ideologie und der eng damit verkn\u00fcpften Digitalisierung bzw. Algorithmisierung.\u201c (Aus der brennenden H\u00fctte: Zeit der \u00d6kologie. Das neue Akkumulationsregime, <a href=\"https:\/\/inferno.noblogs.org\/files\/2024\/01\/Zeit_der_Oekologie-ADBH.pdf\"><span style=\"color: #000080\"><u>https:\/\/inferno.noblogs.org\/files\/2024\/01\/Zeit_der_Oekologie-ADBH.pdf<\/u><\/span><\/a>, S. 31f.)<\/p>\n<h1 class=\"western\" lang=\"de-DE\">\u00d6kologie und Mensch-Natur-Verh\u00e4ltnis<\/h1>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Das Dispositiv der \u00d6kologie kann nicht auf einen gesellschaftlichen bzw. \u00f6konomischen Umgang mit der Umwelt reduziert werden, sondern es basiert vielmehr auf der b\u00fcrgerlichen Trennung zwischen Mensch und Natur, die seit der Aufkl\u00e4rung vorherrscht. Der Darwinist Ernst Haeckel schuf 1866 den Neologismus \u201e\u00d6kologie\u201c aus den griechischen W\u00f6rtern oikos und logos, um eine wissenschaftliche Disziplin zu bezeichnen, die sich mit dem Studium der nat\u00fcrlichen Lebensr\u00e4ume lebender Arten befasst. \u201eEs ist kein Zufall, dass dieser Neologismus aus der Wurzel oikos gebildet wurde. Wenn die Wirtschaft eine Wissenschaft der Verwaltung und des Managements durch Berechnung ist, ist die \u00d6kologie nicht einfach das, was die Wesen mit ihrer Umwelt verbindet, sondern die Verwaltung dessen, was sie verbindet. Was die Disziplin der \u00d6kologie pr\u00e4gt, ist die politische \u00d6konomie.\u201c (L\u2019\u00e9cologie, \u00e9conomie contre la vie, <a href=\"https:\/\/entetement.com\/lecologie-economie-contre-la-vie\/\"><span style=\"color: #000080\"><u>https:\/\/entetement.com\/lecologie-<\/u><\/span><\/a> <a href=\"https:\/\/entetement.com\/lecologie-economie-contre-la-vie\/\"><span style=\"color: #000080\"><u>economie-contre-la-vie\/<\/u><\/span><\/a>) Francis Bacon definierte den Zweck der Wissenschaft als eine Beherrschung der Natur zum Wohle der Gesellschaft und so ist im Denken der kolonialen und patriarchalen Moderne die Natur folgerichtig nichts anderes als eine ausbeutbare Ressource. So kann man sagen, dass die aufkl\u00e4rerische Verdinglichung der Natur die \u00d6kologie als Wissenschaft vom Zugriff auf die Natur hervorbringt. Erst in der zweiten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts wurde \u00d6kologie im Allgemeinen gleichgesetzt mit Naturschutz. Auf diese Weise wurde politisch der Schutz der Natur und des Lebensraumes zum zentralen Legitimationsmodus einer neuen Konfiguration von \u00d6kologie als \u201eUmweltmachen\u201c (die Natur und der Mensch als Teil von ihr wird zum kybernetischen Beziehungssystem bzw. zur Maschine), die genau diese aufkl\u00e4rerische Objektivierung und Verwertung auf neue Art fortsetzt. Die Konsequenz ist dann schlie\u00dflich, dass nur ein mickriges Subjekt \u00fcbrig bleibt: \u201eDie Weltherrschaft \u00fcber die Natur wendet sich gegen das denkende Subjekt selbst\u201c. (Max Horkheimer, Theodor W. Adorno, Dialektik der Aufkl\u00e4rung.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Philosophische Fragmente, Frankfurt\/M. 2001, S.32)<\/p>\n<h1 class=\"western\" lang=\"de-DE\">Katastrophismus<\/h1>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Eingeschrieben in das Zeitalter der \u00d6kologie ist der Katastrophismus in Verbindung mit der technologisch-instrumentellen und patriarchalen Vernunft, der die Legitimit\u00e4t f\u00fcr neue Formen der Herrschaft weckt, die von den \u00f6kologischen Subjekten bereitwillig reproduziert werden. Denn als Verhei\u00dfung kann diese heraufziehende \u00f6kologische Zukunft nicht begriffen werden. Auch die kreativsten Think Tanks kommen nicht umhin, sich f\u00fcr neue Formen von Ausnahmezust\u00e4nden und Sicherheitspolitiken zu r\u00fcsten, angesichts unregierbar werdender Zonen und der geopolitischen Konkurrenz um den notwendigen Extraktivismus von Ressourcen sowie den verbleibenden nicht kapitalisierten Bereichen des Lebens.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Im Katastrophismus ist die Gegenwart der \u00dcbergang von der Vergangenheit in eine schlechtere Zukunft im Untergang der Menschheit. Dies macht eine Auf-Dauer-Stellung der Gegenwart vermeintlich notwendig \u2013 die M\u00f6glichkeit zur Unterbrechung der Gegenwart erscheint mit einem technologischen Solutionismus-Fetisch undenkbar, ist doch das Kontinuum der Gegenwart die Katastrophe.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Vor dem Horizont des \u00f6kologischen Katastrophismus stellt die \u00d6kologie sich als ein be\u00e4ngstigendes<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">\u201eentweder &#8230; oder &#8230;\u201c dar: entweder Aussterben der Spezies oder \u00f6kologische Erneuerung. \u201eIn diesem Sinne wird niemals die Erfahrung der Katastrophe vermittelt, sondern deren Phantasie. Interessanterweise steht das Subjekt nie dem Objekt der Gefahr gegen\u00fcber, sondern nur seiner Ank\u00fcndigung, deren Formulierung im Eifer des Gefechts die Abwesenheit des Objekts \u2013 da es noch nicht da ist \u2013 in eine abstrakte Pr\u00e4senz mystifiziert. Tats\u00e4chlich verfehlt die Ank\u00fcndigung der Katastrophe die Katastrophe (sie k\u00fcndigt sie nur an), und in der Notsituation verschmilzt die Ank\u00fcndigung mit der Katastrophe (obwohl sie noch gar nicht da ist). Ihre Erfahrung ist immer nur<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">die der Ank\u00fcndigung. Sie verfehlt also das angestrebte Objekt. Dennoch wird die Angst sehr wohl empfunden, und es w\u00e4re schrecklich, sie zu leugnen.\u201c (\u00c9cologie et pouvoir, <a href=\"https:\/\/entetement.com\/bifurcation-dans-la-civilisation-du-capital-ii\/\"><span style=\"color: #000080\"><u>https:\/\/entetement.com\/bifurcation-dans-la-civilisation-du-capital-ii\/<\/u><\/span><\/a>)<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Den Katastrophismus zu hinterfragen und abzulehnen, bedeutet auch, unsere tats\u00e4chliche Handlungsf\u00e4higkeit in Frage zu stellen und dar\u00fcber nachzudenken, wo die Ohnmacht uns sowohl zu einem aufopferungsvollen Aktivismus als auch zu einem Reformismus verleitet. \u201eAngesichts des Klimawandels wird die Praxis durch den st\u00e4ndigen Appell, auf Wissenschaftler zu h\u00f6ren, und die Abschottung des Denkens gegen\u00fcber den Institutionen des Wissens in Wirklichkeit dazu aufgefordert, sich von der Theorie zu l\u00f6sen und sich in einem Aktivismus zu verlieren, der angesichts einer Dringlichkeit, die ihn \u00fcbersteigt, immer unmittelbarer handeln muss.\u201c (<a href=\"https:\/\/entetement.com\/bifurcation-dans-la-civilisation-du-capital-ii\/\"><span style=\"color: #000080\"><u>e<\/u><\/span><\/a>bd.)<\/p>\n<h1 class=\"western\" lang=\"de-DE\">Die \u00d6konomie der \u00d6kologie<\/h1>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Ob wir auf die Atacama-W\u00fcste im Lithium-Dreieck zwischen Argentinien, Bolivien und Chile schauen, oder auf die Bayan-Obo-Mine, in der die Seltenerdmetalle f\u00fcr Windturbinen und Solarpanels gef\u00f6rdert werden. Dass die neue Form des Kapitalismus nur in seiner PR gr\u00fcn ist, ist ein alter Hut. Alles beim alten also, oder \u00e4ndert sich nicht doch etwas? Was bedeutet es, wenn jeder Ort der Erde eine potentielle Fl\u00e4che f\u00fcr Solarpanels (wie in der Sahara) und Windr\u00e4der oder Wasserstoff (wie in der Ukraine) ist, und es in Zukunft so viel mehr davon brauchen w\u00fcrde, um kapitalistisches Wachstum erneuerbar zu machen? Auf jeden Fall sehen wir eine Ausweitung territorialer K\u00e4mpfe in den Regionen, die zerst\u00f6rt werden, um den globalen Norden sauber und nachhaltig zu machen. Und so sehr wir den geopolitischen Blick auf die Welt verachten m\u00f6gen, so stark sp\u00fcren wir die Auswirkungen der Neuordnung der internationalen Beziehungen auf unser Leben, ob als kapitalistischer Krieg oder Frieden.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Jedenfalls scheint uns die gr\u00fcne Transformation des Kapitalismus aus mehr bestehen, als nur einem Austausch seiner Energietr\u00e4ger. Dies bringt uns zu der Frage zum Zusammenhang von Digitalisierung und \u00d6kologie. Am Horizont sehen wir schon smart green cities, die von der korrekten M\u00fclltrennung bis zur effektiven Verkehrsplanung unser Leben unter einem \u00f6kologischen Paradigma organisieren. Viel zu wenig haben wir bisher diskutiert \u00fcber Biotechnologien und die Kontrolle der Reproduktion. Wer sorgt daf\u00fcr, dass die Entwicklung und Vermarktung gr\u00fcner Technologien eine so zentrale Rolle spielen, wer investiert eigentlich in die ganzen Risikotechnologien der Zukunft und wie ver\u00e4ndert sich darin eigentlich das Verh\u00e4ltnis zwischen Staat, High-Tech-Konzernen, Finanzialisierung und Markt?<\/p>\n<h1 class=\"western\" lang=\"de-DE\">No future?<\/h1>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">W\u00e4re es nicht langsam an der Zeit, die Rettung der Welt vor dem Klimakollaps aufzugeben? Nicht in erster Linie, weil das Unterfangen aussichtslos oder die Zeit zu knapp erscheint, sondern auch, weil die Programme dieser Rettung immer auf staatliche Autorit\u00e4t oder technologische Macht setzen. Ob als Umweltdiktatur oder futuristisches Geo-Engineering, ist das einzige was sie retten, die Kontinuit\u00e4t von Unterdr\u00fcckung und Ausbeutung. Vielleicht sollten wir also aufh\u00f6ren so zu tun, als k\u00f6nnten oder m\u00fcssten wir diese Welt retten und lieber dar\u00fcber reden, wie wir in ihr leben und k\u00e4mpfen, wenn alles um uns herum zusammenbricht? Vielleicht ist schon die Frage falsch, ob die Welt als Ganzes untergeht oder nicht, und wir m\u00fcssten vielmehr auf die Ungleichzeitigkeiten schauen, die hochtechnologisierte kapitalistische Enklaven inmitten der verw\u00fcsteten Territorien produzieren und in beiden die entstehenden R\u00e4ume f\u00fcr K\u00e4mpfe um Befreiung suchen?<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Entgehen wir mit einer solchen bewussten Desillusionierung der Falle, in die uns die bewegungslinke Mobilisierung der Hoffnung so oft gef\u00fchrt hat? Und wie konfrontieren wir auf diese Art einen kapitalistischen (\u00d6ko-)Katastrophismus, der das Szenario des Untergangs f\u00fcr seine falschen Alternativen nutzt?<\/p>\n<h1 class=\"western\" lang=\"de-DE\">Als Texte zur weiteren Lekt\u00fcre und Diskussion haben wir die Folgenden in unser Bulletin Nr. 4 aufgenommen:<\/h1>\n<ul>\n<li>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"left\"><span style=\"font-size: small\"><span style=\"font-size: medium\">Zeit<\/span> <span style=\"font-size: medium\">der<\/span> <span style=\"font-size: medium\">\u00d6kologie.<\/span> <span style=\"font-size: medium\">Das<\/span> <span style=\"font-size: medium\">neue<\/span> <span style=\"font-size: medium\">Akkumulationsregime<\/span> <span style=\"font-size: medium\">\u2013<\/span> <span style=\"font-size: medium\">Kurzfassung<\/span> <span style=\"font-size: medium\">(die<\/span> <span style=\"font-size: medium\">Langfassung<\/span> <span style=\"font-size: medium\">kann hier abgerufen und gedruckt bestellt werden: <\/span><a href=\"https:\/\/inferno.noblogs.org\/\"><span style=\"color: #000080\"><span style=\"font-size: medium\"><u>https:\/\/inferno.noblogs.org\/<\/u><\/span><\/span><\/a><span style=\"font-size: medium\">)<\/span><\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"left\"><span style=\"font-size: small\"><span style=\"font-size: medium\">Achim<\/span> <span style=\"font-size: medium\">Szepanski:<\/span> <span style=\"font-size: medium\">Kapitalismus<\/span> <span style=\"font-size: medium\">im<\/span> <span style=\"font-size: medium\">Zeitalter<\/span> <span style=\"font-size: medium\">der<\/span> <span style=\"font-size: medium\">Katastrophe<\/span><\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"left\"><span style=\"font-size: small\"><span style=\"font-size: medium\">Jason<\/span> <span style=\"font-size: medium\">W.<\/span> <span style=\"font-size: medium\">Moore:<\/span> <span style=\"font-size: medium\">Das<\/span> <span style=\"font-size: medium\">planetare<\/span> <span style=\"font-size: medium\">Proletariat<\/span> <span style=\"font-size: medium\">im<\/span> <span style=\"font-size: medium\">planetaren<\/span> <span style=\"font-size: medium\">Inferno<\/span><\/span><\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Weitere Texte k\u00f6nnen wir zur Diskussion empfehlen:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"left\"><span style=\"font-size: small\"><span style=\"font-size: medium\">So<\/span> <span style=\"font-size: medium\">Much<\/span> <span style=\"font-size: medium\">for<\/span> <span style=\"font-size: medium\">Ecology,<\/span> <span style=\"font-size: medium\">So<\/span> <span style=\"font-size: medium\">Much<\/span> <span style=\"font-size: medium\">for<\/span> <span style=\"font-size: medium\">Humanity:<\/span> <a href=\"https:\/\/illwill.com\/so-much-for-ecology\"><span style=\"color: #000080\"><span style=\"font-size: medium\"><u>https:\/\/illwill.com\/so-much-for-<\/u><\/span><\/span><span style=\"color: #000080\"><span style=\"font-size: medium\"><u>ecology<\/u><\/span><\/span><\/a><\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"left\"><span style=\"font-size: small\"><span style=\"font-size: medium\">Bifurcation<\/span> <span style=\"font-size: medium\">in<\/span> <span style=\"font-size: medium\">the<\/span> <span style=\"font-size: medium\">Civilization<\/span> <span style=\"font-size: medium\">of<\/span> <span style=\"font-size: medium\">Capital:<\/span> <a href=\"https:\/\/illwill.com\/bifurcation\"><span style=\"color: #000080\"><span style=\"font-size: medium\"><u>https:\/\/illwill.com\/bifurcation<\/u><\/span><\/span><\/a><\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"left\"><span style=\"font-size: small\"><span style=\"font-size: medium\">SWITCH-OFF.<\/span> <span style=\"font-size: medium\">Radikale<\/span> <span style=\"font-size: medium\">Interventionen<\/span> <span style=\"font-size: medium\">gegen<\/span> <span style=\"font-size: medium\">die<\/span> <span style=\"font-size: medium\">Erdzerst\u00f6rung.<\/span> <span style=\"font-size: medium\">Dokumentation,<\/span> <span style=\"font-size: medium\">Analysen und Gespr\u00e4che: <\/span><a href=\"https:\/\/t.co\/CwPv8XFXAa\"><span style=\"color: #000080\"><span style=\"font-size: medium\"><u>https:\/\/t.co\/CwPv8XFXAa<\/u><\/span><\/span><\/a><\/span><\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>mit Vorwort zu \u00d6kologie und \u00d6konomie und im Anhang Zeit der \u00d6kologie. 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