{"id":23,"date":"2023-07-01T19:22:27","date_gmt":"2023-07-01T17:22:27","guid":{"rendered":"https:\/\/nonkongress.noblogs.org\/?p=23"},"modified":"2024-03-05T21:58:11","modified_gmt":"2024-03-05T20:58:11","slug":"kommunique-numero-uno-einladung-zum-non-kongress-anfang-2024-in-berlin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nonkongress.noblogs.org\/?p=23","title":{"rendered":"Kommuniqu\u00e9 Numero Uno &#8211; Einladung zum NON-Kongress Anfang 2024 in Berlin"},"content":{"rendered":"<p>\u201c<i>Sisyphos, der ohnm\u00e4chtige und rebellische Prolet der G\u00f6tter, kennt das ganze Ausma\u00df seiner unseligen Lage: \u00fcber sie denkt er w\u00e4hrend des Abstieges nach. Das Wissen, das seine eigentliche Qual bewirken sollte, vollendet gleichzeitig seinen Sieg. Es gibt kein Schicksal, das nicht durch Verachtung \u00fcberwunden werden kann\u2026\u00a0 Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Menschenherz auszuf\u00fcllen. Wir m\u00fcssen uns Sisyphos als einen gl\u00fccklichen Menschen vorstellen.\u201d\u00a0<\/i><\/p>\n<p><i>Albert Camus<\/i><\/p>\n<p>Im Dezember 2022 haben wir uns erstmals \u00f6ffentlich mit dem Kommuniqu\u00e9 <a href=\"https:\/\/sunzibingfa.noblogs.org\/post\/2022\/12\/13\/kommunique-numero-zero\/#more-2718\"><u>Numero Zero<\/u><\/a> zu Wort gemeldet. Nun wenden wir uns erneut an Euch, nach weiteren Treffen und Diskussionen. Die Zeiten sind in den letzten Monaten nicht leichter geworden, die kapitalistischen Metastasen breiten sich weiter aus und die Taktrate der Streiche des Kapitals werden intensiver. Wege in diesem Land zu suchen, sich antagonistisch im Verh\u00e4ltnis zu einem \u00fcberm\u00e4chtig erscheinenden Gegner zu finden und zu organisieren, werden dadurch nicht leichter. Die diversen Wurmforts\u00e4tze der geschichtlich gescheiterten Linken sind nur noch in der Lage, Niederlagen zu organisieren, die dann im Nachhinein zu Siegen uminterpretiert werden, wie die Mobilisierung nach L\u00fctzerath oder j\u00fcngst zum 1. Mai. Es fehlt weiterhin an allem. Fundierten Analysen, praktischer Organisierung, der F\u00e4higkeit strategische Interventionen \u00fcberhaupt zu denken. Identit\u00e4tspolitik, eine rigide Sprachpolitik, das Vegetieren in selbstreferentiellen Blasen, ersticken alle Ans\u00e4tze zu einer selbstkritischen Bestandsaufnahme. Die Unaufrichtigkeit, die eigene Unterst\u00fctzung f\u00fcr den repressiven Corona Ausnahmezustand zu hinterfragen, bedeutet den letzten Sargnagel f\u00fcr diese geschichtliche Sackgasse.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>\u201c<i>Sowohl 1914 als auch 2020 hat die Linke die Situation verraten und der Macht Treue geschworen. Aus ihrer Sicht l\u00e4sst sich die Welt auf die beiden Axiome Regierende \u2013 Regierte reduzieren. Noch heute findet man diese alte Leier \u2013 die systemkritischen Radikalen an vorderster Front -, um die Macht zu verteidigen, indem sie Lockdown und Impfung loben, ein subtiles Zeichen ihrer Treue zur Macht unter dem Vorwand, die Armen zu verteidigen, die sie verachten und infantilisieren. Je mehr die soziale Welt implodiert, desto mehr beschw\u00f6rt die Linke im Herzen: \u201eMan muss die Gesellschaft verteidigen\u201c. Kurz gesagt: die L\u00fcge verteidigen, die Macht verteidigen, durch verschiedene moralistische und schuldbewusste Rituale daf\u00fcr sorgen, dass nichts passiert. So operiert die Partei der Vernunft, die darauf hofft, uns zu erziehen.\u201d<\/i><\/p>\n<p><i>Ezra Riquelme &#8211; Die Linke besiegen (<\/i><a href=\"https:\/\/bonustracks.blackblogs.org\/2023\/03\/05\/die-linke-besiegen\/\"><u><i>Deutsche \u00dcbersetzung<\/i><\/u><\/a><i>)<\/i><\/p>\n<p><b>Jenseits der Winterpal\u00e4ste und des gro\u00dfen Streiks<\/b><\/p>\n<p><i>[Diskutiert und geschrieben vor den Unruhen nach dem polizeilichen Todesschuss f\u00fcr den 17j\u00e4hrigen Nahel und den anschlie\u00dfenden Unruhen. Wobei die j\u00fcngsten Geschehnisse die folgenden Zeilen im Nachhinein noch einmal best\u00e4tigen]<\/i><\/p>\n<p>Ohne Zweifel sind in den letzten Monaten in Frankreich Dinge passiert, die unsere vollkommene Aufmerksamkeit ben\u00f6tigen. Das gr\u00f6\u00dfte Problem ist aber vielleicht, dass es an geeignetem Werkzeug fehlt, sich \u00fcberhaupt einen Begriff davon zu erarbeiten, was sich real ereignet. Vergessen wir die ganzen langweiligen Gewerkschaftsumz\u00fcge, die Imagination der Arbeitereinheitsfront in Form der Intersyndicale, das ganze Gerede vom Generalstreik.<\/p>\n<p>Vergessen wir nicht, dass die Mobilisierung gegen Macrons \u201cRentenreform\u201d gerade dabei war zu implodieren, ohne tiefe gesellschaftliche Narben zu hinterlassen, als der republikanische Kaiser beschloss, dass man auch ohne Kleider herrschen kann, und selbstherrlich seinen Gesetzesentwurf per Dekret durchsetzen wollte. Die folgende Explosion auf den Stra\u00dfen mag uns wieder einmal in Erinnerung rufen, dass gesellschaftliche Entwicklungen nicht prim\u00e4r linear und berechenbar innerhalb objektiver Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisse verlaufen, sondern sich die wirklich wichtigen gesellschaftlichen Eruptionen aus Wut, \u00dcberdru\u00df, Hass, aus dem Gef\u00fchl, keine Luft mehr zu bekommen, aus einem Feuerwerk der Afffekte, speisen. Jene Schwachstelle aller kybernetischen Herrschaftskontrollmechnismen ebenso wie aller Politikans\u00e4tze aller selbsternannten Anf\u00fchrer, die immer sofort bereitstehen, die Revolte zu beerben und die Wut zu kanalisieren und in ein modernisiertes Herrschaftsprojekt zu \u00fcberf\u00fchren,jenseits aller Fassbarkeit entstehen jene Orte der Revolte, die in sich die F\u00e4higkeit des grunds\u00e4tzlichen Umsturzes tragen.<\/p>\n<p>Dennoch macht es Sinn, ein paar grunds\u00e4tzliche Probleme der Revolte in Frankreich zu skizzieren, weil sich in ihnen viele grunds\u00e4tzliche strategische Begrenzungen wiederfinden. Zum ersten handelt es sich um einen \u201cAbwehrkampf\u201d der auf traditionelle Art und Weise organisierten \u201calten Arbeiterklasse\u201d. Wirklich relevante Arbeitsniederlegungen fanden nur im \u201c\u00f6ffentlichen\u201d Bereich statt, in dem der gewerkschaftliche Organisationsgrad \u00fcberhaupt noch nennenswert vorhanden ist (M\u00fcllabfuhr, Strom -und Energieversorger, Lehrerschaft, Eisenbahn, Nahverkehr Paris, H\u00e4fen,&#8230;). Wenn auch im Kern, sp\u00e4testens mit dem Scheitern aller Integrationsversuche durch den Weg des Dekrets (der auch alle relevanten Gespr\u00e4che Gewerkschaften\/Regierung obsolet machte) die Bewegung zu einer &#8218;Non Bewegung&#8216; diffundierte, die als Horizont nur noch \u201cDas Volk will den Sturz des Regimes\u201d und \u201cRevolution\u201d als \u201cParolen\u201d, nicht als \u201cForderungen\u201d kannte, fehlte ihr jene umst\u00fcrzlichere Brillianz \u201cden Himmel zu st\u00fcrmen\u201d, die die Bewegung der \u201cBarbaren der Gilets Jaunes\u201d auszeichnete.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem verhinderte die (fast) ausschlie\u00dfliche Mobilisierungsf\u00e4higkeit innerhalb der \u201calten Arbeiterklasse\u201d (zu der bei den Demos, n\u00e4chtlichen manifs sauvage, den Blockaden und teilweise auch bei den Streikposten die \u201cpolitischen Aktivisten [jeglicher Colour, von Trotzkisten bis \u2018Autonome\u2019] sto\u00dfen) den Schulterschluss mit dem migrantischen Surplusproleriat, das (insbesondere in den Banlieues) \u00fcber eine lange Kampferfahrung verf\u00fcgt. Nur wenige Segmente des rassistisch ausgegrenzten \u201cschwarzen Frankreichs\u201d beteiligten sich an den K\u00e4mpfen, w\u00e4hrend es z.B. w\u00e4hrend der Fussball WM zu diversen spontanen Aufl\u00e4ufen und Riots des \u201cschwarzen Frankreichs\u201d kam, es regelm\u00e4\u00dfig in den Vororten zu Hinterhalten und Angriffen auf den Repressionsapparat kommt, der derzeit der einzige Garant des Fortbestehens des Macron Regimes zu sein scheint.<\/p>\n<p>H\u00e4tte es nicht gelingen m\u00fcssen, sich permanente Orte des Diskurses und der Organisierung zu schaffen. Einige wenige Besetzungsversuche wurden von den Bullen sehr schnell beendet, bzw. stie\u00dfen auf geringe Resonanz. Auch v\u00f6llig ungekl\u00e4rt blieb die Frage der notwendigen Repr\u00e4sentanz. Da die alte Gewerkschaftshierarchie im Verlauf der Bewegung immer mehr an Einflu\u00df verlor, h\u00e4tten, in welcher Form auch immer, vielleicht R\u00e4testrukturen (in welcher Form auch immer) eine m\u00f6gliche Perspektive geboten? Aber vielleicht sind das auch noch alte Phantasien einer alten Linken. Wie dem auch sei: Da aber ihre m\u00f6gliche Zusammensetzung ebenso ungekl\u00e4rt blieb wie ihr Zustandekommen, der Konflikt aber nicht eine solche Zuspitzung mit sich brachte, das, in welcher Form auch immer, vom Feind nicht mehr (vollst\u00e4ndig) kontrollierte Territorien (Orte, die nicht rein r\u00e4umlich gedacht definiert sind) errichtet werden konnten (welche wiederum in den gescheiterten Besetzungen vielleicht ihren Ort h\u00e4tten finden k\u00f6nnen), blieb es bei regional begrenzten Strukturen von Austausch und Organisierung, meistens auf die unmittelbare Zuk\u00fcnftigkeit reduziert. Auffallend ist auch, dass die Anzahl von analytischen Beitr\u00e4gen zur strategischen Ausrichtung der Bewegung gegen Macrons &#8218;Rentenreform&#8216; \u00fcberschaubar in ihrer Zahl und Qualit\u00e4t blieben, wenn man die get\u00e4tigten Ver\u00f6ffentlichungen ins Verh\u00e4ltnis zum Umfang und der Radikalit\u00e4t der Bewegung setzt.<\/p>\n<p>Die Situation schreit geradezu nach dem qualitativen Sprung, aber die die Bewegung ist sich ihrer selbst nicht bewusst genug, um die Zuspitzung zu wagen und zu organisieren.<\/p>\n<p><b>Imperiale Neuordnung\u00a0<\/b><\/p>\n<p>Diese Welt wird derzeit neu geordnet angesichts der Unordnung von oben wie von unten. Die gegenw\u00e4rtigen hei\u00dfen und kalten Kriege sind Symptome einer Krise, die die Grundlage des langen Friedens (der Pax Americana) zerrinnen lassen. Bei dieser Neuordnung der Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisse, wie sie sich im Krieg in der Ukraine manifestiert, geht es eben nicht um den Angriff und die Verteidigung liberaler Werte. Es ist der Kampf der rivalisierenden Herrschenden und der \u00f6konomischen Bl\u00f6cke, die sich in der Krise des neoliberalen Kapitalismus mit seinen fallenden Profitraten, Finanzblasen und Sackgassen der Verwertung wiederfinden. Wenn hierzulande versucht wird, mit einem gr\u00fcnen Akkumulationsregime neue M\u00e4rkte zu erschlie\u00dfen (wie z.B. Wasserstoffproduktion u.a. in der Ukraine) und diesen Prozess massiv moralisch zu unterf\u00fcttern, ist es nicht verwunderlich, dass genau diese gr\u00fcne Logik dem Krieg und seiner liberalen Menschenrechtsschutz-Rhetorik einer &#8222;feministischen&#8220; Au\u00dfenpolitik Vorschub leistet. Hier gehen Autoritarismus und eine totalisierende Moralit\u00e4t Hand in Hand, was schon in der Klima- und der Coronakrise ein Erfolgsrezept liberaler Herrschaft war und ist. Insofern geh\u00f6ren\u00a0 Waffenlieferungen und der Schutz der Rechte von LGBTQI offensichtlich zusammen. Antimiltarismus kann dann nur noch empathieloser Zynismus sein.<\/p>\n<p>Es ist nicht verwunderlich, dass der globale S\u00fcden ganz anders auf den Ukraine-Krieg reagiert und sich in weiten Teilen nicht der liberalen Emp\u00f6rung anschlie\u00dft: Es liegt auf der Hand, wer bei dieser Auseinandersetzung zwischen den imperialen M\u00e4chten Russland, China, EU, USA, Indien etc. ohnehin wieder den K\u00fcrzeren ziehen wird.<\/p>\n<p>Wenn hierzulande Linke sich der t\u00f6dlichen Logik des Siegfriedens \u00fcber Russland anschlie\u00dfen, machen sie sich zur Kriegspartei. Auf einmal ist die Linke bereit, das Vaterland und seine Werte zu verteidigen. Eine solche Linke hat sich an den Tiefpunkt des Abscheulichen begeben. Es ist die gleiche Abscheulichkeit, der sie sich 1914 und 1999 hingegeben hat. Die einzige Perspektive, die bleibt, ist die der Desertion aus den imperialen Armeen, aus der Logik des Krieges, der nicht unserer ist.<\/p>\n<p><b>Perspektive Non\u00a0<\/b><\/p>\n<p>Da sich die erb\u00e4rmliche radikale Linke in ihrer Liberalit\u00e4t immer weiter desavouiert hat durch Klima-Appell-Politik, Absegnung autorit\u00e4rer Corona-Ma\u00dfnahmen und Etablierung selbiger &#8222;von unten&#8220;, einer Nicht-Positionierung oder Unterst\u00fctzung gr\u00fcner Waffenlieferungenspolitik, k\u00f6nnen wir gemeinsam mit ihr kein revolution\u00e4res Begehren mehr entwickeln. Nicht nur deshalb ist eine Orientierung an den globalen Aufst\u00e4nden, die eben nicht von der traditionellen Linken oder ihren Parteien und Gewerkschaften hervorgebracht werden, sondern sich oftmals erst gegen sie durchsetzen m\u00fcssen, f\u00fcr uns die einzig m\u00f6gliche Perspektive antagonistischer Politik in den Metropolen selbst.<\/p>\n<p><i>&#8222;Es ist noch zu fr\u00fch, um die Folgen der Pandemie vorherzusagen, aber es steht au\u00dfer Zweifel, dass die \u00c4ra der Proteste, die mit dem Wirtschaftscrash im Jahr 2008 begann, nicht zu Ende ist.&#8220;\u00a0<\/i><\/p>\n<p><i>Endnotes &#8211; Vorw\u00e4rts Barbaren (<\/i><a href=\"https:\/\/non.copyriot.com\/vorwaerts-barbaren\/\"><u><i>Deutsche \u00dcbersetzung<\/i><\/u><\/a><i>)<\/i><\/p>\n<p>Wir sind davon \u00fcberzeugt, dass die Zunahme der weltweiten Revolten und damit auch von K\u00e4mpfenden, die durch ihre dortigen Erfahrungen die Notwendigkeit der Revolte und vielleicht sogar einer Revolution nicht nur begriffen, sondern geradezu k\u00f6rperlich verinnerlicht haben, die Grundlage f\u00fcr eine notwendige existenzielle Diskussion \u00fcber die \u00dcberwindung der Verh\u00e4ltnisse generieren. Nat\u00fcrlich kann &#8218;Revolution machen&#8216; nicht erlernt werden und wir k\u00f6nnen dem kollektiven Ged\u00e4chtnis ebenso wenig trauen wie unseren individuellen \u00fcberformten Erinnerungen. Dennoch scheinen sich die Akkumulation von Dissensen und antagonistischen Positionierungen an weltweit vielen Orten weiter festzusetzen. All das bereitet das Terrain, auf dem die zuk\u00fcnftigen K\u00e4mpfe ausgetragen werden, verschiedenste Identit\u00e4ten sich verwirren und ein Universalismus, der \u00fcber die Ruinen der Arbeiter*innenbewegung hinausgeht, sichtbar wird. Auch wenn es in den &#8218;Non Bewegungen&#8216; einen Mangel an Koh\u00e4renz gibt, ihre Verwirrung oft auf einem Verrat an dem zu beruhen scheint, was wir glauben zu sein, erm\u00f6glichen sie die Revolte gegen einen Zustand der allgemeinen Vereinzelung und Vereinsamung (der durch Digitalit\u00e4t und &#8217;social distancing&#8216; weiter versch\u00e4rft wurde): &#8218;Non Bewegungen&#8216; sind der Schmelztiegel, in dem Ver\u00e4nderungen in der Reproduktion der t\u00e4glichen Existenz und damit des menschlichen Lebens sichtbar werden, die die Explosionen auf den Stra\u00dfen, die wir global im letzten Jahrzehnt gesehen haben, m\u00f6glich gemacht haben. Es sind diese Ver\u00e4nderungen, die die Herausbildung neuer Subjektivit\u00e4ten, eines weniger panischen oder domestizierten Menschentypus, m\u00f6glich machen. Denn gerade dadurch, dass die &#8218;Non Bewegungen&#8216; die Krise dieses stagnierenden Kapitalismus repr\u00e4sentieren und ihre Wirkung darin besteht, diese Stagnation unregierbar zu machen, k\u00f6nnen sie den Spalt er\u00f6ffnen, durch den etwas Neues in die Geschichte hereinbrechen kann. Doch wir wissen auch um die integrative Kraft des Kapitalismus, der mal mit Subversion, mal mit offener Gewalt, sich die sch\u00f6nsten Gesten, Forderungen und Lebensweisen einverleibt. Insofern k\u00f6nnen die weltweiten Revolten zu Revolutionen werden, sie k\u00f6nnen aber auch Teil des allgemeinen Chaos werden, aus dem sich der Kapitalismus neu konfigurieren wird.<\/p>\n<p><b>Das gro\u00dfe Palaver<\/b><\/p>\n<p>\u201c<i>Die Freude an der Konspiration ist die Freude an der Begegnung, an der Entdeckung von Br\u00fcdern und Schwestern, selbst da, wo man es am wenigsten erwartet h\u00e4tte.<\/i>\u201d<\/p>\n<p><i>Konspirationistisches Manifest<\/i><\/p>\n<p>Wir denken, es ist \u00fcberf\u00e4llig den n\u00e4chsten Schritt zu wagen. Angesichts der realen \u00dcberm\u00e4chtigkeit unseres Gegners in diesem Land, angesichts der tiefen Abneigung, unsere Zeit weiter an der n\u00e4chsten Kampagne, dem n\u00e4chsten Event, der n\u00e4chsten sinnlosen Eintagsfliege zu verschwenden, angesichts der Notwendigkeit, sich im Bruch mit der staatstragenden Linken der letzten Jahre des Ausnahmezustandes zu definieren, sehen wir keinen anderen Weg, als uns zuallererst einen Ort der realen Menschen zu schaffen. Wir wissen um die zahlreichen Fallstricke, wir rechnen mit allen Bodenlosigkeiten unserer (linken) Gegner. Wir erwarten geradezu die \u00fcblichen Diffamierungen, die Zurechtweisungen.<\/p>\n<p>Wir sagen aber auch, weltweit gesehen leben wir, zwar nicht in Zeiten der Revolutionen, aber dennoch in revolution\u00e4ren Zeiten. Davon k\u00fcnden die innerimperialistischen Kriege und Konflikte (Ukraine, Taiwan, Afrika,&#8230;) ebenso wie die Revolten die sich in den letzten Jahren um den Erdball gefressen haben.<\/p>\n<p>Hierzulande ist von diesen Aufbr\u00fcchen wenig zu sp\u00fcren, trotzdem gibt es auch hier Revolten und Positionierungen, die uns ermuntert haben und weiter ermuntern. Von der Revolte in der Stuttgarter Innenstadt im Sommer 2020 bis hin zu den Silvesterkrawallen vor wenigen Monaten in Berlin, bei denen einige hundert Jugendliche einen der am besten ausger\u00fcsteten und trainierten Polizeiapparate Westeuropas vorgef\u00fchrt haben. Wir wissen, dass es nicht viele waren, die sich eindeutig und \u00f6ffentlich gegen das Agreement von Linker und Staat im Pandemie Ausnahmezustand gestellt haben, aber wir haben jeder dieser Stimmen gespannt gelauscht in unserer aufgezwungenen Isolation und diese Stimmen haben unsere Herzen gew\u00e4rmt. Wir sind an einem Punkt, wo es nichts mehr zu verlieren gibt. Jeder, der noch halbwegs bei Verstand ist, wei\u00df um diesen historischen Punkt, an dem wir uns gerade wiederfinden. Wir h\u00f6ren aus allen Ecken von Menschen, die auf der Suche sind, die was anderes, was neues wollen. Wir hoffen Euch alle mit diesen Zeilen zu erreichen.<\/p>\n<p><b>Wir laden Euch alle zum ersten NON-KONGRESS Anfang 2024 nach Berlin ein! <\/b><\/p>\n<p>Wir werden uns in weiteren Kommuniqu\u00e9s zu Wort melden und Euch weitere Einzelheiten zum Kongress mitteilen.<\/p>\n<p><b>Menschen und Zusammenh\u00e4nge aus Wuppertal, M\u00fcnster, Berlin, D\u00fcsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Offenburg.<\/b><\/p>\n<p><b><u>\ud83d\udd17<\/u><a href=\"https:\/\/nonkongress.noblogs.org\/\"><u>nonkongress.noblogs.org<\/u><\/a><\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201cSisyphos, der ohnm\u00e4chtige und rebellische Prolet der G\u00f6tter, kennt das ganze Ausma\u00df seiner unseligen Lage: \u00fcber sie denkt er w\u00e4hrend des Abstieges nach. Das Wissen, das seine eigentliche Qual bewirken sollte, vollendet gleichzeitig seinen Sieg. 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