{"id":236,"date":"2024-07-17T10:49:13","date_gmt":"2024-07-17T08:49:13","guid":{"rendered":"https:\/\/nonkongress.noblogs.org\/?p=236"},"modified":"2024-07-17T10:49:13","modified_gmt":"2024-07-17T08:49:13","slug":"68-und-darueber-hinaus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nonkongress.noblogs.org\/?p=236","title":{"rendered":"68 und dar\u00fcber hinaus"},"content":{"rendered":"<p>\u201e<span style=\"font-size: medium\">Jouir sans entraves\u201c war im Pariser Mai 68 eine der wilden Parolen, die \u00fcberall an den Mauern der Stadt auftauchten. Wir haben sie 1973 in einem MaD-Falttext mit gesammelten \u201eMaiparolen\u201c als \u201eGenie\u00dfen ohne Hemmungen\u201c \u00fcbersetzt. Die vollst\u00e4ndige Parole dieser Mauer: \u201eLeben ohne tote Zeit \u2013 Genie\u00dfen ohne Hemmungen\u201c war eine zentrale Losung f\u00fcr meine kollektive politische Entwicklung. \u201eEntrave\u201c wird im W\u00f6rterbuch von 1979 mit \u201eFesseln, Hemmnis, Hindernis, Behinderung, St\u00f6rung\u201c ins Deutsche \u00fcbersetzt. Darum ging es uns: die Ent-Hemmung, die St\u00f6rung des Bestehenden, das L\u00f6sen aus den Fesseln. Wir wollten den Moment der Revolte f\u00fcr uns beanspruchen und weiter entwickeln.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium\">Das bedeutete zun\u00e4chst, uns in einem radikalen Impuls aus den gesellschaftlichen Konventionen zu befreien, das moralische Konzept von Schuld und S\u00fchne abzulehnen, ebenso die Teilhabe an der \u201ealten Welt\u201c und ihrem Stillstand zur\u00fcckzuweisen. Wir wollten einen revolution\u00e4ren Begriff und Inhalt von Genuss erkunden und erlebbar machen \u2013 im immer noch nach-faschistischen, gehemmten, biederen und gewaltf\u00f6rmigen Deutschland der fr\u00fchen 70er Jahre. Das war eine spezielle historische Einbettung, die heute noch als Resonanz die gesellschaftliche Oberfl\u00e4che grundiert.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium\">Wenn wir die uns umgebenden aktuellen Gesellschaften betrachten, ist der Begriff und die Praxis des unmittelbaren Genusses der forcierten Rekuperierung, wie die Situationisten sagten, ausgesetzt. Sein Inhalt soll aus dem \u201erevolution\u00e4ren\u201c Zusammenhang gerissen, im digitalen Konsum zerst\u00fcckelt und entwertet, bzw. in kapitalistisch nutzbare Werte verwandelt werden. Mit der Warenf\u00f6rmigkeit einher geht die Verflachung und Atomisierung des Genusses, die Vereinzelung der Genie\u00dfenden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium\">Wenn wir andererseits \u00fcber die gegenw\u00e4rtigen Non-Bewegungen sprechen, ist das Moment des unmittelbaren Genusses noch im alten, nicht rekuperierten Sinn sp\u00fcrbar. In den Aufstandsmomenten geht es um Wut und Genuss gleichzeitig, um Bruch und Utopie. Es geht auch gleichzeitig um vergangene und gegenw\u00e4rtige Revolten, um Ankl\u00e4nge und Nachhall, es geht um klare politische Forderungen und um den Ausdruck eines universellen Imagin\u00e4ren, welches als Sehnsucht nach einem ganz anderen Leben immer wieder durchbricht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium\">Den Zusammenhang von unvermittelter Wut und unmittelbarem Genuss zu untersuchen, erfordert zun\u00e4chst eine kurze Kl\u00e4rung der zwei Adjektive: unvermittelt und unmittelbar.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium\">Unvermittelt hei\u00dft hier, nach meinem Verst\u00e4ndnis: kein Diskurs mit der \u201eMacht\u201c, weder mit staatlichen, gewerkschaftlichen, politischen oder kulturellen Institutionen. Kein Medientalk. Das tun, was der eigenen \u201eWahrheit\u201c, der selbst definierten \u201eNotwendigkeit\u201c entspricht, was dem eigenen Genuss dient. Keine F\u00fchrer, keine Repr\u00e4sentanten, keine Vermittler keinerlei Geschlechts.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium\">Und unmittelbar: kein Stufenplan, kein Entwicklungsmodell, sondern in jedem Moment alles fordern, bedingungslos.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium\">Und dann: Wut und Genuss als Einheit verstehen, als Impuls des biographischen und politischen Bruchs mit den unterdr\u00fcckenden Verh\u00e4ltnissen, und gleichzeitig als spontanen Gegenentwurf gegen ein \u00dcberleben in Verzicht und Demut.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium\">Aus der subjektiven Wut ein experimentelles Wir bilden, das den Genuss m\u00f6glich macht. Das nicht unbedingt dieselbe Sprache spricht, kein kompaktes \u201eRevolution\u00e4res Wir\u201c, kein geschlossenes \u201eKlassen-Wir\u201c, kein festgelegtes politisches Wir darstellt, sondern ein aus diversen Subjektivit\u00e4ten zusammengesetztes Wir, das sich im Moment des Aufstands bildet. Die St\u00e4rkung der subjektiven Formen, die durch die kollektive Zusammensetzung entstehen, zum Ziel haben. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium\">Nat\u00fcrlich beginnen sofort nach dem Ausbruch der Revolte die Fragestellungen, deren freie und prozesshafte Er\u00f6rterungen die \u201eRevolution\u201c, die revolution\u00e4re Situation ausmachen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium\">Auch divergierende, leidenschaftliche Subjektivit\u00e4ten oder Kollektivit\u00e4ten m\u00fcssen eine Form der Zusammenarbeit f\u00fcr pragmatische Interventionen im Hier und Jetzt entwickeln. Es muss sich eine Orientierung herausbilden, Grundlagen und Details des Zusammen-Tuns. Laboratorien des neuen Bewusstseins und des neuen T\u00e4tigseins, kollektive, kommunale Werte, neue R\u00e4ume des Zusammenseins.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium\">Die Pariser Commune artikulierte solche Werte 1871: eine universelle Republik, Dezentralisation und Partizipation und, was den Genuss betrifft: kein Luxus der herrschenden Klasse, sondern kommunaler Luxus. In der Reflexion \u00fcber die Commune wird deutlich, dass ein revolution\u00e4rer Prozess eine unendliche Transformation bedeutet, die nicht ideologisch, nicht identit\u00e4r gepr\u00e4gt sein darf, die stattdessen Solidarit\u00e4t unter extremen Diversit\u00e4ten erfordert. Vielleicht war und ist die auch damals gefundene Erkenntnis hilfreich, dass die Einheit der Erfahrung mehr z\u00e4hlt als die Divergenz der Einsch\u00e4tzungen. Kropotkin formulierte Solidarit\u00e4t als revolution\u00e4re Strategie. Solidarit\u00e4t verstanden nicht als eine Praxis der Vereinheitlichung, sondern eine zur F\u00f6rderung und St\u00e4rkung der Diversit\u00e4t der Gruppen. Daraus folgt als wesentliche Qualit\u00e4t der Bewegung die Zusammenf\u00fcgung, die Komposition einer freien diversen Gesellschaft, einer zusammengesetzten gesellschaftlichen Autonomie. W\u00e4hrend und in der Commune wurden s\u00e4kulare Orte der Versammlung, der Treffen, des kommunalen Wissens, der Symbole geschaffen, kommunale Macht und lokale Solidarit\u00e4t praktiziert. Die Orte waren Teil des gemeinsamen Lebens als tastende Bewegung des Kommunismus, die gelebt und ausprobiert werden muss. Die Commune entstand als unvermittelte und unmittelbare Form, sich durch Assoziation und Kooperation zu versammeln und selbst zu bestimmen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium\">Die Commune wurde nach knapp drei Monaten brutal vernichtet. Aber die Resonanzen dieses gro\u00dfen anti-staatlichen Experiments wurden beispielsweise in den Diskussionen und Versammlungen der spanischen Proletarisierten, Unterdr\u00fcckten, Ausgepl\u00fcnderten zu Beginn des 20.Jahrhunderts wieder aufgenommen. Durch die<span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Liberation Serif, serif\"> Emiss\u00e4re der Internationale wurden die Ideen <\/span><\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Liberation Serif, serif\">der Commune <\/span><\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Liberation Serif, serif\">weitergetragen und jeweils vor Ort diskutiert. <\/span><\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Liberation Serif, serif\">Die Vorstellung vom<\/span><\/span> dezentralen F\u00f6deralismus, der aus <span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Liberation Serif, serif\">autonomen lokalen Einheiten <\/span><\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Liberation Serif, serif\">besteht<\/span><\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Liberation Serif, serif\">, die<\/span><\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Liberation Serif, serif\"> in einer weltumspannenden <\/span><\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Liberation Serif, serif\">Assoziation<\/span><\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Liberation Serif, serif\"> kooperieren<\/span><\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Liberation Serif, serif\">, <\/span><\/span>die strikte Ablehnung des Staates oder auch des Konzepts der Nation, die Bildung von selbstverwalteten Kollektivit\u00e4ten und Komitees bei der Arbeit, in den Stadtvierteln, das freie Zusammenleben, die Volksbildung wurden weiter entwickelt. <span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Liberation Serif, serif\">Die Frage der<\/span><\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Liberation Serif, serif\"> Emanzipation <\/span><\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Liberation Serif, serif\">wurde getrennt von der<\/span><\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Liberation Serif, serif\"> der Institutionen, <\/span><\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Liberation Serif, serif\">da<\/span><\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Liberation Serif, serif\"> Institution<\/span><\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Liberation Serif, serif\">en immer eine Form der Kontrolle und Einhegung darstellen <\/span><\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Liberation Serif, serif\">und darauf aus sind, <\/span><\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Liberation Serif, serif\">sich selbst <\/span><\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Liberation Serif, serif\">zu <\/span><\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Liberation Serif, serif\">reproduzieren.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Liberation Serif, serif\"><span style=\"font-size: medium\">Der historische Erfahrungsschatz und die praktischen sozialen Prozesse kamen mit voller Kraft in der spanischen Revolution von 1936 hervor, als in einer Art \u201ewilder Demokratie\u201c die Klasse der Subalternen sich erm\u00e4chtigte und sich selbst eine gesellschaftliche Form gab. Hier wurde das praktiziert, was schon in der Commune deutlich wurde: die Revolution als anti-staatliche Autonomie. Und diese Autonomie wurde \u00fcbrigens nicht 1939 von der faschistischen Allianz zerschlagen, sondern schon 1937 von den \u201erepublikanischen\u201c Kr\u00e4ften, die mithilfe des sowjetischen Machtapparats den Staat mit seinen Kontrollinstanzen und Herrschaftsinstrumenten neu etablierten.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium\"><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Liberation Serif, serif\">1968 gab es eine weltweite Ersch\u00fctterung der bestehenden Herrschaftsverh\u00e4ltnisse, die in Frankreich mit einem wilden Streik (gegen die KP und gegen die Gewerkschaften) von 11 Millionen Arbeiter*innen einherging. Man kann die 68er Bewegungen als Weiterentwicklung und <\/span><\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Liberation Serif, serif\">Katalysator<\/span><\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Liberation Serif, serif\"> der weltweiten Welle anti-institutioneller, anti-autorit\u00e4rer, anti-staatlicher Bewegungen verstehen, die bis heute anhalten. <\/span><\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Liberation Serif, serif\">D<\/span><\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Liberation Serif, serif\">ie <\/span><\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Liberation Serif, serif\">Partisanen des Genusses, <\/span><\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Liberation Serif, serif\">die <\/span><\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Liberation Serif, serif\">Poeten der Autonomie <\/span><\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Liberation Serif, serif\">kamen <\/span><\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Liberation Serif, serif\">wieder kollektiv zum Ausdruck, in ungeheurer Vielfalt. Man findet eine <\/span><\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Liberation Serif, serif\">gro\u00dfe Z<\/span><\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Liberation Serif, serif\">ahl ausdr\u00fccklicher Spuren der Verteidigung der<\/span><\/span> Subjektivit\u00e4t, Spuren der Wut und des Verlangens nach Genuss. Subjektivit\u00e4ten voller heiterer und qu\u00e4lender Ungeheuer, die sich mit anderen Subjektivit\u00e4ten verb\u00fcndet f\u00fchlten. Und die die individuelle Kreativit\u00e4t im besten Fall als Grundlage der Versammlungen zu einer \u201egeneralisierten Selbstverwaltung\u201c aller Aspekte der Gesellschaft verstanden. Eine F\u00f6deration von nach Autonomie verlangenden Individuen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium\">Was sich in den Stra\u00dfen von Paris und \u00fcberall auf der Welt abspielte, waren Impulse zum Genuss, getragen von radikaler Heftigkeit, mit grimmigem Humor. Es ist zu sp\u00fcren, wie die Perspektive der Macht umgekehrt wurde in ein Manifest f\u00fcr die Befreiung der Menschen aus allen Rollenzuweisungen, Einschlie\u00dfungen und Ausschlie\u00dfungen, Enteignungen, Unterdr\u00fcckungen. Und wie noch einmal die Gewaltverh\u00e4ltnisse in ein Potenzial \u00fcbergingen, in eine Potenz, eine M\u00f6glichkeit und eine St\u00e4rke, die Subjektivit\u00e4t und Kollektivit\u00e4t verbindet.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium\">Die Zapatisten haben 1994 einen gro\u00dfen und wirkm\u00e4chtigen M\u00f6glichkeitsraum in ihren autonomen Gemeinschaften in Chiapas \/ Mexiko gebaut. All das hier Beschriebene findet sich in ihrer langanhaltenden Initiative wieder. Dazu ein Zitat der brasilianisch-argentinischen Anthropologin Rita Segato: \u201eW\u00e4hrend das Kapital und die Moderne von Natur aus kurzsichtig sind, ist die strategische Intelligenz der indigenen Gemeinschaften von einer behutsamen Zeitlichkeit, mit einem langfristigen Blick verbunden. Ihre Intelligenz lehrt, die Ambivalenz, die Realit\u00e4t des Inkonsequenten und Widerspr\u00fcchlichen auszuhalten. Das war die praktische Erfahrung der \u201aSubalternen\u2018 des Kolonialismus: Sie versuchten, in den \u201aFalten\u2018 der Strategie der Grausamkeit zu \u00fcberleben, um ihr \u201ahistorisches Projekt der Bindungen\u2018 zu erhalten. Das kommunit\u00e4re Subjekt der vor- oder postkolonialen Zeit akzeptiert die Gleichzeitigkeit von A und Nicht-A. Es ist die \u00dcberlebensstrategie der dekolonialen Kommunit\u00e4t.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium\">Die Utopie ist in so einem dekolonialen Sinn die Freiheit der Geschichte, ihre Offenheit und Unvorhersehbarkeit. Die weltweit stattfindenden Revolten destabilisieren Normen und Hierarchien, setzen an der Pragmatik der Vielseitigkeit an. Man kann in ihnen die \u201eSchattenspiele eines archaischen Imagin\u00e4ren\u201c (Segato) erkennen, ihre Symbolik und Rituale.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium\">Die Kolonial-Moderne und der Kapitalismus haben die Pluralit\u00e4t der Tr\u00e4ume reduziert und vereinheitlicht. F\u00fcr andere Arten des Gl\u00fccks, des Genusses etwas beizutragen, d.h. f\u00fcr die Dauerhaftigkeit einer Welt, in der Bindungen der Freundschaft, des Respekts, der Solidarit\u00e4t etc. Priorit\u00e4t haben \u2013 f\u00fcr diese andere Welt ein Verst\u00e4ndnis zu finden, w\u00fcnsche ich mir auch von diesem Treffen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium\">Das Imagin\u00e4re und die Befreiung zusammendenken. Die Resonanzen ersp\u00fcren und formulieren, die sich aus ihrer Reibung ergeben. Praktisch erfahren, dass Freiheit nur ohne repr\u00e4sentierte Identit\u00e4t m\u00f6glich ist \u2013 das sind die Lehren aus den anti-staatlichen Bewegungen. Das \u201eUnrepr\u00e4sentierbare bildet eine Gemeinschaft ohne Voraussetzungen und ohne Bedingungen der Zugeh\u00f6rigkeit\u201c, hat Giorgio Agamben formuliert. Und auch, dass ein wahres politisches Leben erst \u201eausgehend von der unwiderruflichen Abwendung von jeder Souver\u00e4nit\u00e4t denkbar\u201c ist, durch den Akt einer bewussten Inbesitznahme der eigenen \u201epolitischen\u201c Existenz. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium\">Der Staat ist (auch gem\u00e4\u00df Bourdieu) ein gro\u00dfer Fetisch, eine quasi-theologische Konvention, eine kollektive Fiktion. Aber die bewusste Inbesitznahme der eigenen Existenzbedingungen, der eigenen W\u00fcnsche, einer selbst organisierten Lebensweise erfordert die radikale Losl\u00f6sung aus dieser Konvention. Sie erfordert unser Hineinwachsen in die subjektive Autonomie im unverzichtbaren Zusammenhang mit allen Wesen dieses Planeten. Sie erfordert die Bereitschaft, \u201edas Andere\u201c in einem subjektiv-kollektiven Prozess anzunehmen. Darum geht es, in meiner Sichtweise, bei einem \u201eLeben ohne tote Zeit und dem Genie\u00dfen ohne Hemmungen\u201c.<\/span><i><\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eJouir sans entraves\u201c war im Pariser Mai 68 eine der wilden Parolen, die \u00fcberall an den Mauern der Stadt auftauchten. Wir haben sie 1973 in einem MaD-Falttext mit gesammelten \u201eMaiparolen\u201c als \u201eGenie\u00dfen ohne Hemmungen\u201c \u00fcbersetzt. Die vollst\u00e4ndige Parole dieser Mauer: &hellip; <a href=\"https:\/\/nonkongress.noblogs.org\/?p=236\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":18980,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[29,30,1],"tags":[],"class_list":["post-236","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-dokumentation","category-freitagabend","category-general"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/nonkongress.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/236","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/nonkongress.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/nonkongress.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/nonkongress.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/18980"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/nonkongress.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=236"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/nonkongress.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/236\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":237,"href":"https:\/\/nonkongress.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/236\/revisions\/237"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/nonkongress.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=236"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/nonkongress.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=236"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/nonkongress.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=236"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}