{"id":247,"date":"2024-07-17T11:12:49","date_gmt":"2024-07-17T09:12:49","guid":{"rendered":"https:\/\/nonkongress.noblogs.org\/?p=247"},"modified":"2024-07-17T11:13:18","modified_gmt":"2024-07-17T09:13:18","slug":"erste-ueberlegungen-zum-non-kongress-der-turm-zu-babel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nonkongress.noblogs.org\/?p=247","title":{"rendered":"Erste \u00dcberlegungen zum Non-Kongress: der Turm zu Babel"},"content":{"rendered":"<p>Ein paar erste Gedanken m\u00f6chte ich mit euch teilen:<\/p>\n<p>Die moderne Subjekt-Gesellschaft versucht mit aller Gewalt eine neue hermetisch dichte Metropole aufzubauen und dem Kapital einen Turm zu errichten, dessen Schuldenspitzen bis zum Himmel reichen. Die Linken haben in ihren Versuchen unter dem Pflaster den Strand zu entdecken (un)bewusst bei diesem zivilisatorischen Projekt mitgemacht und die Ziegelsteine f\u00fcr den Bau der Metropole aufgestapelt, die sofort eingebaut worden sind.<!--more--><\/p>\n<p>Herausgekommen ist das babylonische Sprachwirrwarr, vor dem wir heute stehen und das beim Kongress deutlich wurde. Damit ist nicht einfach nur die Konferenzsprache gemeint, die Nicht-Muttersprachler vor einige H\u00fcrden gestellt hat &#8211; das ist billig &#8211; sondern die vielfach gebrochene und zersplitterte Gegenwart, die vielen unterschiedlichen Sichtweisen, Ratlosigkeiten und Verwirrungen und die gro\u00dfen Schwierigkeiten \u00fcberhaupt erst einmal die Fragen in Worte zu kleiden &#8211; von Antworten gar nicht zu reden.<\/p>\n<p>Das Ringen um einen gemeinsamen Sprach- und Verstehensgrund war allenthalben sp\u00fcrbar &#8211; obacht: eine vorschnell gefundene gemeinsame Sprache kann dazu f\u00fchren wieder einen Turm zu bauen! Die Sprachlosigkeit muss wohl ausgehalten werden, solange wir in Babylon \u00fcberleben, aber dennoch sprechen wir, um zu leben im Als-ob-nicht; ohne Sprache ist der Mensch doch nicht. Gute Begegnung setzt im Vorsprachlichen an und die gemeinsame Sprache verst\u00e4rkt die Bindungen. Verschiedentlich wurde die Ethik als ein Weg in die Zukunft aufgerufen. Auch diese setzt vor der Sprache und sicher vor der Rationalit\u00e4t an und zielt auf die Beziehungen und guten Begegnungen. Hier w\u00e4re ein Punkt, der in der Theorie zu vertiefen w\u00e4re und einen n\u00e4chsten Schritt darstellen k\u00f6nnte: Welche Ethik braucht es und wie ist sie in ihren Tiefenschichten auf die Wahrheit und den Willen bezogen? Welche Rolle spielt Politik darin? Wenn wir siegen wollen, weil wir tiefgr\u00fcnder sind, muss dieses m\u00fchsame Unterfangen wohl angegangen werden und jede Oberfl\u00e4chlichkeit abgelegt werden.<\/p>\n<p>Die Wahrheit scheint gekoppelt an das NON, an die Negation und die Negativit\u00e4t, den Bruch mit dem Bestehenden, weil es als grundfalsch und t\u00f6dlich erkannt wird. Interessant sind da weniger die larmoryanten Zwischent\u00f6ne \u00fcber das Scheitern der radikalen Linken, wie sie beim Kongress auch angeklungen sind. Als langj\u00e4hriger Beobachter der radikalen Linken am Stra\u00dfenrand und mittlerweile Weggenosse kann ich menschlich nat\u00fcrlich Entt\u00e4uschung und Verbitterung verstehen und vielleicht auch aus den Fehlern der Vergangenheit etwas lernen, aber mein Blick ist nach vorne gerichtet. Das f\u00fchrt zu einem zweiten Schritt, der weiterzugehen w\u00e4re und zwar zur Praxis: Wie kann der radikale Antagonismus zur Welt, der im notwendig unbestimmbaren NON liegt, aber in Treue zur Wahrheit steht, lebbar durchgetragen werden? Wie kann der Pessimismus gepflegt und Schleifung des Turms von Babel und der Ausbruch aus der Metropole angegangen werden? Welche Beziehungen setzen wir entgegen, um uns nicht selbst wie Satelliten zu umkreisen sondern gemeinsam st\u00e4rker und gr\u00f6\u00dfer als de-subjektiviertes Wir zu werden? Und dann: Wie geht das mit dem con-spirieren?<\/p>\n<p>Das sind nur einige erste \u00dcberlegungen. Euch noch einmal herzlichen Dank f\u00fcr den Anstoss!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein paar erste Gedanken m\u00f6chte ich mit euch teilen: Die moderne Subjekt-Gesellschaft versucht mit aller Gewalt eine neue hermetisch dichte Metropole aufzubauen und dem Kapital einen Turm zu errichten, dessen Schuldenspitzen bis zum Himmel reichen. 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