{"id":339,"date":"2025-08-19T14:27:31","date_gmt":"2025-08-19T12:27:31","guid":{"rendered":"https:\/\/nonkongress.noblogs.org\/?p=339"},"modified":"2025-08-19T14:27:31","modified_gmt":"2025-08-19T12:27:31","slug":"bemerkungen-und-hypothesen-zur-aktiven-separation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nonkongress.noblogs.org\/?p=339","title":{"rendered":"Bemerkungen und Hypothesen zur aktiven Separation"},"content":{"rendered":"<p class=\"western\" align=\"right\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\"><i>Um im gro\u00dfen Fluss zu schwimmen, muss man sp\u00fcren, wohin er flie\u00dft, vor allem, wenn er die W\u00fcsten unterirdisch durchquert<br \/>\n<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\"><i>(Aberto Magnaghi, Per un&#8217;idea di libert\u00e0)<\/i><\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\"><u><br \/>\n<\/u><\/span><span lang=\"de-DE\"><b>Erste Pr\u00e4misse: <\/b><\/span><span lang=\"de-DE\"><u><br \/>\n<\/u><\/span><span lang=\"de-DE\">Die \u201eKrise der Militanz\u201c und die Notwendigkeit, mit neuen Formen zu experimentieren, ohne in Formalismus zu verfallen.<\/span><span lang=\"de-DE\"><u><br \/>\n<\/u><\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Die Feststellung, dass die traditionellen Formen der Militanz veraltet sind, ist heute selbstverst\u00e4ndlich und bisweilen tautologisch. Es ist notwendig, wie bereits in einigen neueren Aufzeichnungen \u00fcber Militanz<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote1sym\" name=\"sdfootnote1anc\"><sup>1<\/sup><\/a> hervorgehoben wurde, von der klassischen \u201eKritik der Militanz\u201c wegzukommen, die als Kritik Gefahr l\u00e4uft, in einer wechselseitige Beziehung mit dem zu verbleiben, von dem sie sich separieren will. Dies erfordert vor allem den Versuch, sich jenseits jeglicher politischer Landkarte oder Topographie zu verorten, die die verschiedenen Gruppierungen dessen, was oft als \u201eBewegung\u201c bezeichnet wird, darstellt, ordnet und trennt, nicht auf eine einfache rhetorische \u00dcbung zu reduzieren. <\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Dies ist kein moralisches Problem, geschweige denn ein Identit\u00e4tsproblem, sondern eine strategische Notwendigkeit, die so gr\u00fcndlich wie m\u00f6glich ausgearbeitet, vertieft und ausprobiert werden muss. Es geht darum, jeder Art von strategischer Zugeh\u00f6rigkeit zu dem konfusen Wirrwarr ein Ende zu setzen, das die heutige Bewegung und den Aktivismus kennzeichnet. Es geht nicht um eine Rhetorik der \u201eNeuartigkeit\u201c.<br \/>\nEine Theorie und eine Strategie entstehen nicht als \u201eneues Wissen\u201c, sondern aus Reflexionen, Selbstkl\u00e4rungsprozessen und Hypothesen, die sich in einer empirischen Beziehung zu den Kampfformen selbst bilden. Es geht also darum, aus bestimmten Bed\u00fcrfnissen, aus der Identifizierung gegens\u00e4tzlicher Lager, die zwischen Empirie und Abstraktion oszillieren, strategische Bahnen zu skizzieren.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Eine Strategie erfordert daher ein selbstreflexives Bewusstsein, das nichts mit dem Wiederholungszwang zu tun hat, der die zeitgen\u00f6ssischen Formen des unruhigen Aktivismus kennzeichnet, auch dann nicht, wenn diese Automatismen versuchen, sich in rhetorische Diskurse zu kleiden, die das Vokabular vergangener politischer Traditionen beimischen. In diesen F\u00e4llen haben wir es mit Formen der Selbstverleugnung durch einen performativen Gebrauch des Wortes zu tun, begleitet von einer schizophrenen Aktion, die auf dem ausgetretenen Pfad des aktuellsten Themas verbleibt, das eine \u00f6ffentliche Debatte erregt.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Ein erstes Problem, das es zu verstehen gilt, ist, dass diese Formen stark an ein Politikverst\u00e4ndnis gebunden sind, das mit dem der \u00d6ffentlichkeit \u00fcbereinstimmt. Der Zwang ist ein doppelter: Einerseits wird davon ausgegangen, dass eine Organisation eine solche ist, wenn sie eine \u00f6ffentlich nachgefragte und affirmierte Existenz hat. Dies geschieht in einer Mischung, die zwischen dem pathologischen Narzissmus der Militanten und dem taktischen, kurzlebigen Ziel oszilliert, \u201eansprechbar zu werden\u201c: nicht so sehr von jenen, deren \u201eHunger nach Sinn\u201c sie dazu bringt, auf der Suche nach einer revolution\u00e4ren Perspektive zu handeln und zu denken, sondern von jenen, die, verloren, nichts weiter tun, als sich an die zug\u00e4nglichste und bequemste Form der Identit\u00e4t, der kulturellen oder \u00e4sthetischen Zugeh\u00f6rigkeit zu halten.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Diese Art von impliziter Strategie besteht darin, eine kontinuierliche \u00f6ffentliche Exposition anzustreben, die darauf abzielt, die Kr\u00e4fte so zu b\u00fcndeln, dass ein siegreiches Kr\u00e4ftegleichgewicht gegen\u00fcber dem Staat und der Polizei geschaffen wird. Obwohl diese Strategie in der Vergangenheit f\u00fcr einige Bewegungen kennzeichnend war, ist es heute schwierig zu verstehen, wie, wo und wann sie angesichts eines erdr\u00fcckenden Kr\u00e4fteungleichgewichts wirksam sein soll.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote2sym\" name=\"sdfootnote2anc\"><sup>2<\/sup><\/a> <\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Die andere Seite dieses Zwangs besteht darin, das Handeln zu entmachten, weil man glaubt, dass man politisch handelt, wenn man \u00f6ffentlich handelt. Die Aktion gilt als wirksam, wenn sie es erm\u00f6glicht, aus der Medienaufmerksamkeit f\u00fcr das eine oder andere Thema Kapital zu schlagen: all das ohne jegliche \u00dcberlegung, wie ein Sieg eines Kampfes aussehen k\u00f6nnte, wie er zu erreichen ist, wie er aufzubauen ist. Deshalb wird jede Niederlage in triumphalem Ton gefeiert.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">So wird selbst eine der st\u00e4rksten Formen des freien organischen Ausdrucks des K\u00f6rpers, n\u00e4mlich die Gewalt, anstatt eine intensive Erfahrung zu sein, die Beziehungen revolution\u00e4rer Freundschaft schmiedet und erprobt, Komplizenschaft n\u00e4hrt und die Konturen eines gemeinsamen Feindes nachzeichnet, zu einem spektakul\u00e4ren Werkzeug, das sich in einem ebenso absurden wie erb\u00e4rmlichen Ende verliert. So wird die Gewalt zum Material f\u00fcr einen Bewegungsmanager oder \u201eParteif\u00fchrer\u201c oder zur Pose eines anarchistischen Cosplayers.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Andererseits ist die Gewalt nicht alles, sie ist kein Zweck, sondern ein Mittel, das keinem Zweck unterworfen, sondern \u201esituiert\u201c werden soll. Die Besonderheit der Gewalt, vor allem bei Riots, besteht darin, dass sie die ethischen Bindungen derer, die an ihr teilnehmen, verst\u00e4rken kann: Jeder, der sie erlebt hat, wei\u00df, dass die Komplizenschaften, die sich bei einem Riot oder einem Akt der Sabotage bilden, nicht die gleichen sind wie bei einem Camp oder einer Vok\u00fc. Dies darf jedoch nicht zu der Vorstellung verleiten, dass es eine Skala der Radikalit\u00e4t gibt, innerhalb derer die verschiedenen anzustrebenden Praktiken einzuordnen sind. Andernfalls l\u00e4uft man Gefahr, sich einer absurden Rationalit\u00e4t zu unterwerfen, wie die derjenigen, die nichts anderes tun, als die \u00d6ffentlichkeit zu suchen, um einen Schein von Existenz zu ern\u00e4hren, und sich einer nihilistischen Irrationalit\u00e4t zu unterwerfen, die die Aktion als Selbstzweck fetischisiert, selbst wenn sie selbstzerst\u00f6rerisch ist. In keinem dieser F\u00e4lle ist Gewalt Freude und Handlungs<\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">macht<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote3sym\" name=\"sdfootnote3anc\"><sup>3<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\">, sondern traurige Selbstaufopferung.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Um \u00fcber eine einfache \u201eKritik der Militanz\u201c (oder der Militanz, zu der sie heute degeneriert ist) hinauszugehen, m\u00fcssen zwei Arten von Bem\u00fchungen in Betracht gezogen werden: der Aufbau starker ethischer und politischer Freundschaften auf der Basis solider inhaltlicher Grundannahmen, frei von Opportunismus, au\u00dferhalb eines PR-Plans. Von diesen ausgehend, von jenem ethischen Kern, den manche auch als Lebensform bezeichnen, kann die weitere \u00d6ffnung f\u00fcr Erfahrungen und weitere Komplizenschaften geschehen, die Kriterien folgen, die in der Lage sind, die Bereiche zu skizzieren, auf die die experimentellen Anstrengungen gerichtet werden sollten. Es geht also darum, ein strategisches Kriterium der Abgrenzung zu entwickeln, das nicht rein analytisch, sondern empirisch und abstrakt zugleich ist.<br \/>\nUm diese \u00dcberlegungen fortzusetzen, lohnt es sich, einen weiteren allgemeinen Gedankengang zu den Formen der zeitgen\u00f6ssischen Konfliktualit\u00e4t und des konfrontativen Handelns anzustellen.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\"><b>Zweite Pr\u00e4misse:<br \/>\n<\/b><\/span><span lang=\"de-DE\">Es ist die Zeit der Non-Bewegungen und der destituierenden Aufst\u00e4nde<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\"><br \/>\nDie Notwendigkeit, mit neuen Organisationsformen zu experimentieren und zu den Wurzeln der Fragen nach Aktion und \u201ePolitik\u201c zur\u00fcckzukehren, ist angesichts bestimmter symptomatischer Merkmale zeitgen\u00f6ssischer Formen der Auseinandersetzung und der Erfordernis, die Sackgassen klassischer ( auch \u201erevolution\u00e4rer\u201c) politischer Projekte zu \u00fcberwinden, offensichtlich. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, sich kurz mit einigen Schl\u00fcsselkategorien der Konfliktinterpretation auseinanderzusetzen, die vorgebracht worden sind.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Eine der interessantesten ist die der \u201eNon-Bewegungen\u201c, die Bayat in seiner \u201eRevolution ohne Revolution\u201c mit paradigmatischem Bezug auf den arabischen Fr\u00fchling vorstellte und die sp\u00e4ter von Endnotes in \u201eOnward Barbarians\u201c mit Bezug auf Ereignisse wie die Gelbwesten oder den die George Floyd-Revolte in den Vereinigten Staaten aufgegriffen und weiterentwickelt wurde.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Sehr oft folgt daraus ein offensichtliches Fehlen einer gemeinsamen Sprache, einer Reihe klarer und programmatisch ausgearbeiteter Forderungen, die als \u201eSynthese\u201c fungieren k\u00f6nnen, und von Sprechern, die als Interpreten dieser Forderungen fungieren k\u00f6nnen und somit als Vermittler zwischen denjenigen, die auf die Stra\u00dfe gehen, und den politischen Entscheidungstr\u00e4gern in Frage kommen (man denke an das Durcheinander von oftmals auch nicht realisierbaren Forderungen, die Erfahrungen wie die der \u201eGelbwesten\u201c oder der \u201eForconi\u201c in Italien kennzeichnet). <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">E<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\">benso offensichtlich ist die Unm\u00f6glichkeit, zeitgen\u00f6ssische Konflikte anhand von \u201e orientierenden Identit\u00e4ten \u201c oder durch die Vermessung soziologischer Knotenpunkte zu verstehen.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote4sym\" name=\"sdfootnote4anc\"><sup>4<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Mit Hilfe einer marxistischen \u201eAnalyse\u201c beharrt Endnotes auf der Rolle der sozialen- und Klassenfragmentierung, aber man braucht keine politisch-\u00f6konomische Analyse, um zu verstehen, dass nicht einmal die raffiniertesten Mystifizierungen oder die m\u00e4chtigste Rhetorik in der Lage sein werden, den Massenarbeiter wieder zum Leben zu erwecken, der dem <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">Operaismus<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> so teuer ist, oder eine andere Art von Subjekt, dessen Homogenit\u00e4t vorausgesetzt werden kann. Diese Zersplitterung ohne einen nostalgischen Blick auf die guten alten Massensubjekte zu verstehen und nicht zu versuchen, sie durch konstruierte Mythen wieder zum Leben zu erwecken, ist eine Frage von gesundem Menschenverstand <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">ebenso wie der Strategie.<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"><br \/>\nEs geht darum, aus de<\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">m untergehenden<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> Universalismus des Westens, aus der Zersplitterung des Westens selbst, revolution\u00e4re M\u00f6glichkeiten neu zu erarbeiten. Der Arbeiter, das Subjekt, das Programm, die Ideale des Kommunismus und des Anarchismus als Horizonte, die es in einer nicht genau festgelegten Zukunft zu verwirklichen gilt, geh\u00f6ren einer Epoche an, die, wenn es sie je gegeben hat, wenig mit der heutigen zu tun hat, wie selbst Mario Tronti am Ende einr\u00e4umt.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote5sym\" name=\"sdfootnote5anc\"><sup>5<\/sup><\/a><\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Zu diesen \u00dcberlegungen k\u00f6nnen wir <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">den<\/span><\/span><\/span> <span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">fruchtbaren<\/span><\/span><\/span> <span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">Ansatz<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> hinzuf\u00fcgen, einige der j\u00fcngsten Bewegungen als \u201eMemes ohne Ende\u201c zu betrachten, als Aktionsformen, die sich eher durch \u201emimetische und memetische\u201c Resonanz als durch das Festhalten an Programmen und Diskursen ausbreiten. Diskurse, die unter dem Druck der \u201e<\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">Riots ohne Begr\u00fcndung\u201d<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\">, die die Aktionen der zeitgen\u00f6ssischen Aufst\u00e4nde charakterisieren, zusammenbrechen.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote6sym\" name=\"sdfootnote6anc\"><sup>6<\/sup><\/a><br \/>\nDer Versuch, Bewegungen in ein Interpretationsraster einzupassen, das ihre soziologischen Erscheinungen und Identit\u00e4ten <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">erkl\u00e4rt<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\">, ist kein einfaches deskriptives Unterfangen, ebenso wenig wie sich die Behauptung, dass die Identit\u00e4ten und Diskurse der Aufst\u00e4ndischen verschwimmen, auf eine einfache sozialwissenschaftliche Beobachtung reduzieren l\u00e4sst. Die Kategorie der Non-Bewegung soll deskriptiv sein, um &#8211; vielleicht nostalgisch &#8211; den \u201eNiedergang der Politik\u201c in den zeitgen\u00f6ssischen Formen der Mobilisierung festzustellen. Das Problem liegt jedoch auf einer komplexeren Ebene, denn es ist, wie bereits erw\u00e4hnt, von zentraler Bedeutung, eine Perspektive auf und in den Ph\u00e4nomenen zu entwickeln, die von \u201eAutonomie im\/<\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">des<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> Konflikts\u201c gepr\u00e4gt ist und nicht an deterministische Z\u00fcge einer soziologischen Matrix oder an reformistische Z\u00fcge der Beanspruchung und Neugestaltung der verschiedenen Arten von Governance gebunden ist.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Deshalb kann man sagen, dass die scheinbar harmlose und neutrale Kategorie der \u201esozialen Bewegung\u201c in Wirklichkeit auch ein Instrument bezeichnet. Es handelt sich um ein Instrument, das immer in Aktion ist und den Konflikt auf eine Konsolidierung der sozialen Identit\u00e4ten und eine Dialektik gegen\u00fcber dem Staat oder irgendeiner Form von Institution ausrichtet: Es n\u00e4hrt das \u00f6ffentliche Gesicht eines Kampfes zum Nachteil des klandestinen, es wirkt auf eine Weise, dass der Konflikt in der \u00f6ffentlichen Sph\u00e4re mit ihren Ritualen und ihren diskursiven und legitimatorischen Regimen so deutlich wie m\u00f6glich kodifiziert wird.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Auch wenn dieser Mechanismus in vielen Momenten durch die affektive und ethische Intensit\u00e4t der Formen der Revolte au\u00dfer Kraft gesetzt wurde, kann man nicht davon ausgehen, dass diese Form der politischen Kodifizierung vollst\u00e4ndig verschwunden ist und den Non-Bewegungen Platz gemacht hat. Im Gegenteil, sie war in jenen paradigmatischen Non-Bewegungen wie den Gelbwesten oder so vielen anderen K\u00e4mpfen am Werk und hat sie in jene ohnm\u00e4chtigen Formen zur\u00fcckgef\u00fchrt, die wir vereinfacht gesagt <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">als<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> strategischen Horizont eines Kampfes gegen die Instanz und eine blo\u00dfe \u201edemokratische\u201c Umgestaltung der Herrschaft <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">bezeichnen<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> k\u00f6nnten, in Formen des Kampfes, die in endlosen Versammlungen zentralisiert sind, in die Abwertung individueller Erfahrungen, in den Tod jedes kreativen Antriebs, der einen Raum f\u00fcr Ritualismus und Zwang zur Wiederholung <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">zur\u00fcckl\u00e4sst<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\">.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Wie kann man dann die Kraft benennen, die in der Lage ist, diesen Mechanismus zu deaktivieren, der den unbeherrschbaren und anomischen Charakter jedes Konflikts und Antagonismus z\u00e4hmen will?<br \/>\nIn dieser L\u00fccke, die sich ohne Worte ausdr\u00fcckt, in dieser explosiven karstigen Kraft, liegt die M\u00f6glichkeit, eine revolution\u00e4re Perspektive zu erahnen und auszuleben.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote7sym\" name=\"sdfootnote7anc\"><sup>7<\/sup><\/a> Die revolution\u00e4ren Gr\u00fcnde f\u00fcr einen Kampf sind genau jene, die keinen Platz in einem bereits gegebenen Rechtfertigungsraster finden. Es geht darum, diese dem Wort entzogenen Gr\u00fcnde zu erforschen, um sie zu verst\u00e4rken, nicht um sie zu \u00fcbersetzen und anderen hinzuzuf\u00fcgen (im Gegensatz zu denen, die an eine demiurgische Macht des Wortes glauben, und die in der Lage sind, \u201eKonvergenzen\u201c [der K\u00e4mpfe oder Bewegungen, Anm. d. \u00dc.] auszuhecken, indem sie Reden verbreiten, die nur dazu gut sind, einige nostalgische Linke zu beruhigen, wie das Beispiel von GKN <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">lehrt<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\">).<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Eine ziemlich stichhaltige Hypothese ist die der \u201edestituierenden Macht\u201d [siehe Fu\u00dfnote 3] die bereits vom Collectivo Situaciones in Bezug auf die \u201cPiqueteros\u201d \u201a in Argentinien im Jahr 2001 untersucht wurde, die sie als \u201cdestituierenden Aufstand\u201d bezeichneten. Ich halte es jedoch f\u00fcr wichtig zu betonen, dass es nicht <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">einfach<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> darum geht, eine neue beschreibende Kategorie, ein neues Etikett f\u00fcr eine akademische Forschung, die sich durch Originalit\u00e4t auszeichnen will, zu entwickeln, sondern eine Kategorie, die die Ausarbeitung einer erkenntnistheoretischen Positionierung erm\u00f6glicht, die auch \u201estrategisch\u201c ist. <\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Wie ein Genosse auf einen <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">Negrianer<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> antwortete, der von konstituierender Macht und <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">Gelbwesten<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\">, konstituierenden Versammlungen und neuen Verfassungen faselte: \u201eEin Ziel zu definieren, ist vor allem eine Methode\u201c, und daher gibt es \u201ein jeder Bewegung eine destituierende und eine konstituierende Seite\u201c &#8211; das Problem <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">sind diejenigen<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\">, die sich eine Vorstellung von der Revolution zu machen, die aus neuen Verfassungen besteht, die in die K\u00e4fige des Gesetzes eingef\u00fcgt werden. Es gibt keine konstituierende-destituierende Dichotomie, die es zu \u00fcberwinden gilt, es gibt die wechselseitige Beziehung zwischen konstituierend und konstituiert, an der alle Revolutionen gescheitert sind; und denjenigen, die glauben, dass die Destitution einfach diese Lobpreisung des Negativen und der Zerst\u00f6rung ist, antworten diese Worte wortgewandt: \u201eNur vom destituierenden Standpunkt aus k\u00f6nnen wir all das begreifen, was in der Zerst\u00f6rung unglaublich konstruktiv ist\u201c und wiederum: \u201eDie destituierende Geste ist also Desertion und Angriff, Ausarbeitung und Zerst\u00f6rung, in derselben Geste.\u201c<br \/>\nAber vielleicht ist es sinnlos, Zeit mit ethischen Analphabeten zu verschwenden, die keine M\u00f6glichkeit eines erfolgreichen Aufstandes oder Kampfes sehen, au\u00dfer in den sterilen Maschen des Rechts, der Governance oder der Biopolitik.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Das Interessante und noch zu erforschende an der Hypothese der <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">Destitution<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> liegt in der M\u00f6glichkeit, die Revolution anders zu denken und <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">dieses Problem<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> in den Mittelpunkt der modernen Politik zu stellen. <\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">W\u00e4hrend<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> Bayat argumentierte, dass <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">Non<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\">-Bewegungen \u201eRevolutionen ohne Revolution\u00e4re\u201c <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">produzieren<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> (die herrschende Klasse also in der Lage ist, die Auswirkungen des Aufstands in Richtung einer neuen souver\u00e4nen Ordnung in den arabischen L\u00e4ndern zu leiten), so ist Endnotes der Meinung, dass sie \u201eRevolution\u00e4re ohne Revolutionen\u201c <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">produzieren<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\">; mit der Hypothese der Destitution ist es m\u00f6glich, Revolution anders zu denken und, auch wenn wir das Gef\u00fchl teilen, in konterrevolution\u00e4ren Zeiten zu leben, die Suche nach revolution\u00e4ren <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">\u00dcberlegungen<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> voranzutreiben, ohne auf eine neue Phase zu warten. <\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Was mir interessant erscheint, ist, dass \u201edestit<\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">uierende<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> Aufst\u00e4nde\u201c wie die Gelbwesten uns empirische Hinweise liefern: das hei\u00dft, die M\u00f6glichkeit, grundlegende theoretische Fragen in gelebten Erfahrungen und Ereignissen zu verankern.<br \/>\nInsbesondere das diskursive Chaos, das Forderungen und Meta-Forderungen vervielfachte, die disruptive Kraft in Verbindung mit der Verweigerung, sich repr\u00e4sentieren zu lassen, aber vor allem, im positiven Sinne, die F\u00e4higkeit, Lebensr\u00e4ume au\u00dferhalb jedes demokratischen \u00f6ffentlichen Raums zu entwickeln und auf ein unmittelbares Bed\u00fcrfnis nach Gemeinschaft zu reagieren, verdienen es, weiter untersucht zu werden. Es ist notwendig, einen Forschungs-, Untersuchungs- und Handlungsansatz zu definieren, der nicht abstrakt ist, sondern in Kontakt mit weiteren Erfahrungen steht.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">\n<p class=\"western\"><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">Einschub<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Das Problem wird dadurch verkompliziert, dass es nicht nur darum geht, dar\u00fcber nachzudenken, wie man sich in den Mobilisierungen und Aufst\u00e4nden verortet, die punktuell im zeitgen\u00f6ssischen \u00f6ffentlichen Raum auftauchen. Vielmehr geht es ganz allgemein darum, wie man sich selbst <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">verorten<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> kann, auch wenn es keine intensiven Mobilisierungen gibt, oder nach welchen Kriterien man die verschiedenen Mobilisierungen unterscheiden kann, wenn man sich von denen der Ideologie und der sozialen Identit\u00e4ten l\u00f6st.<br \/>\nIn Italien erleben wir seit langem eine Phase der Reaktion und Konterrevolution. Das Fehlen massiver Mobilisierungen, wie sie in anderen Teilen der Welt zu beobachten sind, ist ganz offensichtlich, was dazu f\u00fchrt, dass <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">sich<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> ein stabiles Szenario <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">skizzieren<\/span><\/span><\/span> <span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">l\u00e4sst<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\">, in dem die so genannte \u201eBewegung\u201c \u201eunbeweglich\u201c ist. Politische Identit\u00e4ten \u00fcberleben und reproduzieren sich selbst und behindern das Entstehen neuer Organisationsformen. Der \u201e<\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">Racket<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\">\u201c der Bewegungspolitik scheint keine Anzeichen zu zeigen, dass er nachl\u00e4sst, und k\u00e4mpft mit einem \u00dcberleben, das reiner Taktik entspricht.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\">\u201e<span lang=\"de-DE\">Je mehr sich die spontane Intelligenz der Ablehnung jeder Bedingung, die den Tod ins Leben gebracht hat, den Erfordernissen des \u00dcberlebens, ja des \u00dcberlebens im Kampf, beugt, desto mehr verwandelt sie sich in spontane Intelligenz des Feindes. Die Taktik ist immer das &#8218;vern\u00fcnftige&#8216; Gesicht der Konterrevolution.\u201d<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote8sym\" name=\"sdfootnote8anc\"><sup>8<\/sup><\/a><\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Nichtsdestotrotz haben wir in letzter Zeit pl\u00f6tzliche Anzeichen einer Revolte erlebt:<br \/>\nIm Jahr 2020 gegen die aus absurden hygienischen Gr\u00fcnden verh\u00e4ngte Ausgangssperre; sowie einige schwache Zeichen des Protests gegen den Impfstoff und den Impfpass; w\u00e4hrend wir heute Zeugen einer Reihe von hyperlokalen (manche w\u00fcrden sagen: \u201einterstitiellen\u201d<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote9sym\" name=\"sdfootnote9anc\"><sup>9<\/sup><\/a> Mikrokonflikten gegen \u2018gr\u00fcne\u201c oder \u201esozial integrative\u201c territoriale Transformationen sind, die durch Konjunkturprogramme und europ\u00e4ische Staatsschulden gedopt werden.<br \/>\nDies sind schwache Momente, in denen man sich oft fragt, ob es sinnvoll ist, Energien zu investieren und sich in diesen Mobilisierungen Risiken auszusetzen. Doch bevor wir uns mit dieser Art von Mikrokonflikten befassen, lohnt es sich, die Kriterien, die uns dazu veranlassen, sie mit besonderem Interesse zu betrachten, n\u00e4her zu bestimmen.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\"><u><br \/>\nDie Grammatik der zeitgen\u00f6ssischen Macht: pandemische Governance, algorithmische Gouvernementalit\u00e4t und gr\u00fcne Biopolitik.<\/u><\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Covid macht deutlich, dass wir Zeugen einer Regierungsgewalt sind, die sich nicht nur mit Infrastrukturen ausstattet, die die Entwicklung materieller Autonomie verhindern, sondern auch \u00fcber eine Reihe immaterieller Infrastrukturen verf\u00fcgt, die den Sinn und die Bedeutung von Handlungen definieren und moralische Anordnungen verbreiten. Es handelt sich dabei um erkenntnistheoretische Infrastrukturen, die definieren, was wahr sein kann, was legitim ausgedr\u00fcckt werden kann und wie Wahrheit konstruiert werden kann.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Die gro\u00dfe Abh\u00e4ngigkeit von diesen Infrastrukturen, selbst in so genannten \u201eantagonistischen\u201c oder \u201eautonomen\u201c Kreisen, zeigte sich deutlich w\u00e4hrend der \u201ePandemiekrise\u201c, in der die Anpassung an den vorherrschenden \u00f6ffentlichen Diskurs sehr schnell erfolgte: Die Suche nach Legitimit\u00e4t anhand von Kriterien, die sich Leerformeln wie \u201eCare\u201c und \u201eGemeinwohl\u201c unterordnen, war ganz offensichtlich.<br \/>\nDas Problem, das sich stellt, besteht nicht einfach darin, die Aussagen dieser oder jener (wissenschaftlichen oder politischen) Institution zu kritisieren. Es geht darum, <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">die<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> Widerspr\u00fcche oder <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">die<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> wissenschaftliche Fundiertheit in einem <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">Mechanismus der Widerspruchslosigkeit<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> zu erkennen, der sich auf einer diskursiven Ebene entwickelt, die auch die gleiche erkenntnistheoretische Ebene ist, auf der die Anordnungen der Macht ausgearbeitet werden.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Das Problem besteht darin, den operativen Indikator zu verstehen, der den Prozessen der Wirklichkeitskonstruktion durch deskriptive Modelle, die auch pr\u00e4skriptiv sind, zugrunde liegt.<br \/>\nUm ein Beispiel zu nennen: Es geht nicht darum, das Management der Pandemie zu kritisieren, indem man die Konstruktion der statistischen Daten, die nicht hinreichend genau sind, kritisiert, indem man andere statistische Daten oder andere beschreibende Modelle einer mathematischen Matrix vorlegt. Es geht nicht einmal darum, die Art und Weise zu kritisieren, in der die Daten erhoben wurden (die, obwohl das Wort suggeriert, dass es sich um \u201eDaten\u201c handelt, in Wirklichkeit nur \u201eKonstrukte\u201c sind). Sondern darum, zu verstehen, welche biopolitischen Prinzipien implizit wirkten, welche Lebensformen durch eine ebenso materielle wie immaterielle Steuerung hergestellt werden sollten.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Die Art und Weise, wie diese \u201eWahrheiten\u201c in den \u00f6ffentlichen Raum hineingetragen wurden und wie <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">v\u00f6llig vergeblich versucht wurde, sie in genau diesem Raum dialektisch zu kritisieren,<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> machte eine Krise oder Nichtexistenz dieses mythologischen Raums deutlich, in dem gegens\u00e4tzliche Interessen durch Synthesen gel\u00f6st werden sollten. Was als \u201e\u00f6ffentlicher Raum\u201c bezeichnet wird (der im Paradigma der demokratischen Polis der Ort sein sollte, an dem verschiedene \u201eWahrheiten\u201c gemessen und verglichen werden), ist in Wirklichkeit frei von jeglicher Dialektik und Pluralit\u00e4t, in ihm kann keine soziale Ordnung umgesto\u00dfen werden. <\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Vor allem heute ist die \u00f6ffentliche Sph\u00e4re weitgehend in die algorithmischen Architekturen des digitalen Kontinents \u00fcberf\u00fchrt worden, die jede Form des Unwohlseins innerhalb und au\u00dferhalb ihrer R\u00e4ume neutralisiert und visualisiert; die \u00f6ffentliche Sph\u00e4re wird von einem vermeintlichen Ort der Konfrontation und Synthese divergierender Interessen oder einem Ort, an dem sich ein \u201eGemeinwohl\u201c durchsetzen kann, eindeutig zu einem Ort der Visualisierung. F\u00fcr Militante und Aktivisten scheint dies kein Problem zu <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">begr\u00fcnden<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\">, da sie sich zu sehr auf Formen der Selbstverherrlichung konzentrieren, die sie in diese Blasen einschlie\u00dfen, die nichts anderes sind als marginale Ecken dieser \u00f6ffentlichen Sph\u00e4re, in denen sie unsch\u00e4dlich gemacht werden. Manchmal gelingt es ihnen durch ausgekl\u00fcgelte Kommunikationsstrategien gro\u00dfe Sichtbarkeit zu erlangen und in diesem \u00f6ffentlichen medial-algorithmischen Raum aufzutauchen, der nach Legitimationslogiken strukturiert ist, die nichts anderes sind als die Diskurse der Regierung: Biopolitik in Gesundheitsso\u00dfe oder Biopolitik in \u00d6kologenso\u00dfe, zwei Seiten derselben Medaille, die die Formen der zeitgen\u00f6ssischen Herrschaft kennzeichnen.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Diese Architekturen der Macht, die einige als algorithmische Gouvernementalit\u00e4t bezeichnet haben, wirken operativ auf die Realit\u00e4t ein, indem sie sie auf scheinbar \u201eunpers\u00f6nliche\u201c Weise erschaffen und sie hinter einem dichten Gewebe technischer Apparate verstecken.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote10sym\" name=\"sdfootnote10anc\"><sup>10<\/sup><\/a><br \/>\nAngesichts einer solchen Realit\u00e4t gibt es kein Agon, kein Meson der Polis, sondern lediglich einen Raum, in den die Rationalit\u00e4ten\/Irrationalit\u00e4ten der Regierung hineingegossen und aufgezwungen werden, in dem alle Erfahrung neutralisiert und auf Bildschirme gepresst wird. Auch wenn es schon lange keinen Grund mehr gab, an die dialektischen Formen unten-oben, soziale Bewegung-Institution zu glauben; angesichts dessen, was geschieht, inmitten von Prophezeiungen, die zwischen einem klimatischen und einem <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">medizinischen<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> Katastrophismus <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">oszilieren<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\">, ist eine solche Naivit\u00e4t nicht mehr akzeptabel.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\"><u>Konspiration und Abtr\u00fcnnigkeit<\/u><\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\"><u><br \/>\n<\/u><\/span><span lang=\"de-DE\">Was wir w\u00e4hrend der Covid-Periode erlebt haben, war \u2013 <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">mit Hilfe<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> des Etiketts der \u201eVerschw\u00f6rungstheorie\u201c &#8211; eine starke Verdr\u00e4ngung einer ganzen Reihe von Empfindungen und Diskursen aus der so genannten \u201e\u00f6ffentlichen Sph\u00e4re\u201c, die die Wissenschaft als Religion ablehnten.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Es war eine Phase, in der etwas, was schon seit einiger Zeit in der \u00d6ffentlichkeit zu beobachten war, pl\u00f6tzlich Wirklichkeit wurde: Eine Form von radikalem Skeptizismus durchdringt die Menschen, die die demokratischen Fiktionen des Westens leben; es ist, als ob die viel zitierte \u201eKrise der Repr\u00e4sentation\u201c nichts anderes als ein Symptom einer tieferen Ablehnung der Manipulationen der Fernsehinstitutionen ist.<br \/>\nVerschw\u00f6rungstheorien\u201c und \u201aFake News\u2018 sind zum neuen Hauptfeind der Demokratie geworden, weshalb sie vielleicht eine tiefere Besch\u00e4ftigung verdienen, vor allem dann, wenn sich selbst Regierungserkl\u00e4rungen durch an das Religi\u00f6se grenzende Diskurse und Rituale zu rechtfertigen scheinen.<\/span><span lang=\"de-DE\"><a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote11sym\" name=\"sdfootnote11anc\"><sup>11<\/sup><\/a><\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">In Telegram-Chats und Facebook-Gruppen vervielf\u00e4ltigten sich die verschiedenen Diskurse auf chaotische Weise, bis hin zu den Theorien, die in den Medien gro\u00dfe Aufmerksamkeit erlangten, wie QAnon. Oftmals erkannten einige dieser Theorien einerseits <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\"><i>agencies<\/i><\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> an, die spezielle Interessen verfolgten, sogar zum Nachteil der gesamten Menschheit, versuchten aber gleichzeitig, einige ihrer Ablehnungen zu rechtfertigen, indem sie sich zweideutig auf dieselbe technische und epistemologische Ebene wie die Regierung begaben und vielleicht diese oder jene Aussage in Frage stellten&#8230; man k\u00f6nnte die Hypothese aufstellen, dass es in der Gesundheitsfrage eine Bewegung der Ablehnung gab, die es nicht schaffte, <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">eine<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> v\u00f6llige Autonomie von einer Diskursebene und einem Wahrheitsregime auszubilden und zur\u00fcckfiel auf eine Reihe von technisch-wissenschaftlichen Formulierungen. Mit Ausnahme von Theorien wie QAnon und dergleichen, die jedoch anders zu verstehen sind: Wie ein vermeintlicher Anh\u00e4nger, der in einem BBC-Podcast interviewt wurde, auf die Frage, ob er wirklich glaube, dass der Papst Blut von F\u00f6ten trinke, antwortete: \u201eVerschw\u00f6rungstheorien sind nicht w\u00f6rtlich zu nehmen, es ist ein bisschen wie mit der Bibel, sie bed\u00fcrfen der Interpretation\u201c &#8230; vielleicht sollte man die Worte derjenigen, die w\u00e4hrend der Pandemie die absurdesten Theorien ge\u00e4u\u00dfert haben, auf die gleiche Weise verstehen. Ohne in den Soziologismus zu verfallen, aber auch ohne in die verschiedenen Formeln des &#8218;ok, aber&#8230;&#8216; eines Teils der Linken zu verfallen, der auf jeden Fall eine zweideutige Position der &#8218;Toleranz&#8216;, aber auch der &#8218;Distanzierung&#8216; gegen\u00fcber den &#8218;Verschw\u00f6rungstheoretikern&#8216; eingenommen hat. Vielleicht weil sie zu besorgt dar\u00fcber waren, ihre soziale Glaubw\u00fcrdigkeit zu verlieren. <\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">In jedem Fall haben diese Diskurse mit den Mobilisierungen gegen den Impfausweis einen neuen Aufschwung genommen und dazu gef\u00fchrt, dass viele der Blasen und getrennten R\u00e4ume in den Architekturen des digitalen Kontinents aufgebrochen wurden, was zu Konfrontation und Austausch gef\u00fchrt hat.<br \/>\nDer Bewegung gegen den <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">Green Pass<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote12sym\" name=\"sdfootnote12anc\"><sup>12<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> ging ein konfliktreicher Moment von <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">gewisser<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> Intensit\u00e4t voraus, der in Turin (und anderen St\u00e4dten) den Anschein einer <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">Revolte<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> mit Pl\u00fcnderungen in den Einkaufs- und Tourismusstra\u00dfen <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">erweckte<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\">: ein Abend, der zudem durch den ungew\u00f6hnlichen Protagonismus junger Menschen gekennzeichnet war&#8230;<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote13sym\" name=\"sdfootnote13anc\"><sup>13<\/sup><\/a> Nichts dergleichen hat sich je wiederholen lassen, obwohl viele damit gerechnet hatten, dass sich auch in Italien endlich eine unreine Revolte entwickeln w\u00fcrde.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Vielleicht f\u00fchrte ein von den Szenen der Revolte der Gelbwesten verw\u00f6hnter Blick sowie eine Art Riot-Fetischismus zu geringem Interesse an der Mobilisierung, die sich im folgenden Sommer gegen die Impfpflicht richtete. Trotz eines anf\u00e4nglichen Moments gro\u00dfer Beteiligung, in dem eine Spannung sp\u00fcrbar war, die zu intensiveren Gesten als blo\u00dfen Protestz\u00fcgen f\u00fchren konnte, verlief die Mobilisierung schnell in den ohnm\u00e4chtigen Formen de<\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">s Protests<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> und wurde von konkurrierenden Anf\u00fchrern monopolisiert: die \u00fcbliche <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">Racketisierung<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> der Politik.<\/p>\n<p>Aus dieser Mobilisierung l\u00e4sst sich jedoch eine zentrale Frage ableiten:<br \/>\nWenn man der Meinung ist, dass sich um diese Beziehung zwischen Wissenschaft und Regierung etwas Wichtiges abspielt, wie es durch die Pandemie, die neuen gr\u00fcnen Akkumulationsregime, die \u00d6kologismen und die k\u00fcnstliche Intelligenz signalisiert wird, ist es dann m\u00f6glich, eine Intervention, eine Beteiligung an diesen Formen der Mobilisierung zu entwickeln, die sich um eine Ablehnung dieser Regierungsformen bewegt? In welche Richtung?<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Oft f\u00e4llt man unbewusst auf die Suche nach einem unmittelbaren Ergebnis zur\u00fcck: Effektivit\u00e4t der <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">Handlung<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\">, Intensit\u00e4t der <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">Handlung<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> oder Erreichen einer gewissen Medienaufmerksamkeit.<br \/>\n<\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">Bei unseren \u00dcberlegungen \u00fcber eine<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> Intervention glaube ich, dass wir einerseits die Grenzen des \u201eWortes\u201c und des Diskurses anerkennen m\u00fcssen, wenn er nicht zur <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">Handlung<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> anleitet; wenn wir die Scheidung zwischen programmatischer Sprache und <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">Handlung<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> als offensichtlich betrachten, &#8230; ist es klar, dass sich eine diskursive Intervention (die die richtigen Forderungen aufstellt) innerhalb der zeitgen\u00f6ssischen <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">diffusen<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> Mobilisierungen als Fehlschlag und einschr\u00e4nkender Faktor erweisen kann.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Wie kann andererseits die Intensit\u00e4t der Handlung erh\u00f6ht werden? Vielleicht indem man verhindert, dass sie schnell in den Ritualen der sozialen Bewegung aufgeht: Demos, Korsos und verschiedene \u201eParaden\u201c. Es geht also darum, wie bereits jemand vorgeschlagen hat, nicht nach radikalen Akteuren oder Reden zu suchen, sondern nach radikalen Gesten, die eingef\u00fchrt oder aufgesp\u00fcrt und verst\u00e4rkt werden m\u00fcssen.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote14sym\" name=\"sdfootnote14anc\"><sup>14<\/sup><\/a><br \/>\nHierin liegt die Notwendigkeit, eine organisatorische Dimension zu entwickeln, die darauf abzielt, eine Reihe von rekursiven Mechanismen zu deaktivieren und unwirksam zu machen, die sich etabliert haben und die dazu f\u00fchren, dass ein Konflikt die Form einer sozialen Bewegung annimmt.<br \/>\nDer Versuch, gegen alle vorzugehen, die ihre Formen kl\u00e4ren und ihre Praktiken institutionalisieren wollen: die den Tod jeglicher taktischer Kreativit\u00e4t bestimmen, indem sie diese in ein Regime von Praktiken und ein Legitimation<\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">en<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> einbinden, <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">die<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> auf dem sozialen und demokratischen Apparat und auf der Zentralit\u00e4t des leeren Raums namens \u201e\u00d6ffentlichkeit\u201c basieren. Diejenigen, die sich in <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">Richtung eines solchen Versuchs<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> bewegen, k\u00f6nnen wir als &#8222;Agenten der <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">Separation<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\">&#8220; bezeichnen, da sie durch ihre aktive Beteiligung politische Formen in Richtung einer Trennung von der klassischen Politik dr\u00e4ngen.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\"><u>Einige Untersuchungshypothesen: lokale K\u00e4mpfe gegen gr\u00fcne oder \u201esozial integrative\u201c Transformationen.<\/u><\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Das bedeutet, dass die Rolle der \u201eRevolution\u00e4re\u201c oder der \u201eOrganisation\u201c, wie sie normalerweise verstanden wird, in dieser Perspektive radikal revidiert werden muss. Wenn, wie bereits erw\u00e4hnt, Aktivisten und Militante (die \u201eBewegung\u201c) oft eine offensichtliche Komplizenschaft mit den (wissenschaftlich gef\u00e4rbten) Formen der biopolitischen Herrschaft gezeigt haben, indem sie sich die verschiedenen Klima- oder Gesundheitsnotst\u00e4nde zu eigen machten, ist es notwendig, sich von der \u201eBewegung\u201c zu separieren.<br \/>\nDaraus ergibt sich die Dringlichkeit, eine neue Komplizenschaft au\u00dferhalb dieser Kr\u00e4fte zu finden, und zwar vor allem durch die Sch\u00e4rfung einer strategischen Positionierung.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Aber wie k\u00f6nnen neue Komplizenschaften erreicht und geschaffen werden? Wie lassen sich die neuen Formen der Desertion aufsp\u00fcren? Wie <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">kann man ihr Potential einsch\u00e4tzen<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\">? Wie kann man aus der Abh\u00e4ngigkeit des Blicks, d.h. der Beobachterrolle, <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">die<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> uns von den Ph\u00e4nomenen trennt, herauskommen und stattdessen eine Form des Kontakts entwickeln, die sich von den Grenzen der aus der Vergangenheit \u00fcbernommenen deformierenden Linsen zu befreien vermag?<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Es gibt spektakelhafte und harmlose Formen der Desertion, die im linken Diskurs sehr beliebt sind: die R\u00fcckkehr in die Berge, Neo-L\u00e4ndlichkeit, \u00d6ko-D\u00f6rfer, alles Tr\u00e4ume vom sozialen Frieden, die uns nicht interessieren.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote15sym\" name=\"sdfootnote15anc\"><sup>15<\/sup><\/a> Es ist klar, dass diejenigen, die desertieren, und zwar auf <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">eine andere, Schaden verursachende<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> Art und Weise, dies sehr oft unsichtbar tun, aber wie kann man eine solche Desertionsbewegung aufsp\u00fcren?<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Andererseits ist es sicherlich nichts Neues, dass viele Formen des Widerstands fl\u00fcchtige und unsichtbare Wege gehen. Sie versuchen, sich den Blicken der Herrschenden zu entziehen, um an Offensivit\u00e4t und Handlungsf\u00e4higkeit [potenza] zu gewinnen. Nur einige wenige Social-Network-Junkies oder Mythomanen m\u00f6gen denken, dass Konflikte nur das sind, was man in den Zeitungen oder in den sozialen Netzwerken sieht, oder dass sie mit gro\u00dfen Proklamationen angek\u00fcndigt werden sollten. <\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Vielleicht besteht eine Hypothese darin, von einer Form der erfahrungsm\u00e4\u00dfigen und territorialen N\u00e4he auszugehen, um auf neue Formen der <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">Desertion<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> zu sto\u00dfen: wieder bei den Formen des Konflikts anzufangen, auch auf die Gefahr hin, auf die halb\u00f6ffentlichen zur\u00fcckzufallen, die aus dem Blickfeld geraten, und zu versuchen, hinter ihrer Fassade zu graben.<br \/>\nOhne den Ehrgeiz, riesige Mobilisierungen aufzubauen, sondern in dem Glauben, dass es in kleinen nachbarschaftlichen Widerst\u00e4nden m\u00f6glich ist, mit Vorgehensweisen zu experimentieren und Hypothesen zu bewerten. Vor allem kann man versuchen, Formen gemeinsamer Erfahrungen mit denjenigen zu erforschen, die eine Ablehnung auferlegter Wahrheitsregime teilen und sensible Wahrheiten bekr\u00e4ftigen, die viel tiefer liegen als die der entfremdeten Techniker.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\"><u>Mikroterritoriale und interstitielle Widerst\u00e4nde.<\/u><\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">In den letzten anderthalb Jahren haben der nationale Konjunktur- und Resilienzplan und andere Finanzierungsformen die ganze Gewalt der neuen st\u00e4dtischen Akkumulationsregime zum Vorschein gebracht, die eine Inwertsetzung des Gr\u00fcnen und der \u201est\u00e4dtischen Natur\u201c <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">anstreben<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> (sei es im Sinne von \u00d6kosystem-Dienstleistungen und damit einer \u00f6kologischen Quantifizierung, sei es im Sinne von tats\u00e4chlichen spekulativen Projekten). Dies hat einige hyperlokale Konflikt- und Widerstandsfronten er\u00f6ffnet und damit auch die M\u00f6glichkeit, die Beziehung zu bestimmten Territorien zu entwickeln und zu vertiefen, das hei\u00dft, neue ethisch-territoriale Dichten zu schaffen.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Diese st\u00e4dtischen Umgestaltungsprojekte sind oft auch auf wissenschaftlicher und technischer Ebene umstritten und werden daher hinsichtlich ihrer tats\u00e4chlichen \u201e\u00f6kologischen Nachhaltigkeit\u201c kritisiert. Interessant ist jedoch, dass nach dem Covid eine Art Ablehnung des technischen und wissenschaftlichen Diskurses, in den das Regierungshandeln gekleidet ist, zur\u00fcckkehrt, nicht um eine andere Form von wissenschaftlicher Wahrheit voranzutreiben, sondern eine fragmentarische Reihe von sehr pers\u00f6nlichen Motiven, die schwer zu synthetisieren sind: Darunter gibt es nat\u00fcrlich auch Versuche, technische Gr\u00fcnde vorzubringen, aber diese sind nicht diejenigen, die es schaffen, diejenigen zu <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">vereinen<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\">, die sich gegen diese Projekte <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">auflehnen<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\">.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Um einige Erfahrungen in verschiedenen St\u00e4dten, aber mit \u00e4hnlichem Charakter zu nennen, k\u00f6nnte man auf die F\u00e4lle des Don-Bosco-Parks in Bologna,<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote16sym\" name=\"sdfootnote16anc\"><sup>16<\/sup><\/a> die Verteidigung des Parks Madonna di Campagna in Busto Arsizio, den Agro di Selargius in S\u00fcdsardinien oder zwei K\u00e4mpfe in Turin zur Verteidigung einer Allee und eines Parks verweisen.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Man k\u00f6nnte sicherlich in die Schuhe eines Soziologen schl\u00fcpfen, um eine Skizze der beteiligten sozialen Figuren zu erstellen, aber es w\u00fcrde wenig n\u00fctzen, um zu erkl\u00e4ren und zu verstehen, warum Menschen mit sehr unterschiedlichem Hintergrund beschlossen haben, ihre eigene <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">Unversehrtheit<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> zu riskieren, um zu verhindern, dass Bauarbeiter ihr Territorium zerst\u00f6ren. Die Verbundenheit mit einem Ort ist etwas Ethisches und Affektives, nicht so sehr etwas Ideologisches oder Wissenschaftliches. Wenn man ein Gebiet bewohnt, entwickelt man nonverbale affektive Bindungen, die diesen Ort zu einem Teil von einem selbst machen, und man f\u00fchlt sich diesem Ort zugeh\u00f6rig. Das macht es schwierig, diese Art von Bindungen zu entfremden oder in ein Ensemble von Vermittlungsprozessen zu \u00fcbertragen. Beim Kampf um einen Ort oder ein Territorium kommt eine <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">unbeugsame<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> Komponente ins Spiel, die nicht f\u00fcr etwas Abstraktes k\u00e4mpft, sondern das Ergebnis einer spezifischen materiellen Bindung ist, die, je intensiver sie ist, umso mehr Feindschaft gegen die Kr\u00e4fte entwickelt, die sie zerst\u00f6ren wollen. Es geht nicht um abstrakte Umwelt- oder \u00f6kologische Probleme, sondern um das Zusammensein an einem <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">spezifischen<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> Ort.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Jemand hat <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">den Begriff<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> der \u201eKomposition\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote17sym\" name=\"sdfootnote17anc\"><sup>17<\/sup><\/a> f\u00fcr diese Art von Kampf <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">entwickelt<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\">, aber wie bereits geschrieben wurde, kann dies eine organisatorische Methode sein, die eher taktisch als strategisch ist und von einem destituierenden Pfad begleitet werden muss, um die klassischen Sackgassen der territorialen K\u00e4mpfe zu \u00fcberwinden.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote18sym\" name=\"sdfootnote18anc\"><sup>18<\/sup><\/a> In diesem Sinne ist es \u00fcber die Zusammensetzung hinaus notwendig, den Konflikt innerhalb jedes Konflikts zu identifizieren. Dabei handelt es sich nicht um einen leibhaftigen Feind, sondern um eine Art und Weise des Handelns, Denkens und Kommunizierens, die auf die Herausarbeitung der Gr\u00fcnde f\u00fcr den Kampf und seine Legitimierung auch auf administrativer Ebene abzielt und somit ein besseres Bild in der \u00d6ffentlichkeit anstrebt. Diese Bestrebungen f\u00fchren h\u00e4ufig zu einer Zentralisierung der Organisationsform um F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeiten herum, aber auch zu \u00e4u\u00dferst b\u00fcrokratischen Instrumenten wie der Versammlung.<\/p>\n<p>Im Fall des Corso Belgio verhinderte eine heterogene Gruppe von Menschen, dass die Fahrzeuge der Bauarbeiter zu den zu f\u00e4llenden B\u00e4umen gelangten, und besetzte dann dauerhaft die Allee und verwandelte Parkpl\u00e4tze in einen Ort des Lebens. Gleichzeitig fand ein anderer Vorsto\u00df statt, der das \u00f6ffentliche Gesicht der Gruppe in den Vordergrund stellte und die absolute G\u00fcte und Legitimit\u00e4t ihrer Aktionen betonte. Zu diesem Zweck wurden bestimmte Diskurse als von Verschw\u00f6rungsideologie gepr\u00e4gt gebrandmarkt, w\u00e4hrend stattdessen eine Reihe von technischen Rechtfertigungen als Quantifizierung des Nutzens dieser B\u00e4ume durch die sch\u00e4ndliche Kategorie der \u201e \u00d6kosystem-Dienstleistungen \u201c ausgearbeitet wurde. Das Ergebnis war, dass die Kraft dieser Erfahrung nachlie\u00df und in der Zwischenzeit der \u201elegale Weg\u201c gest\u00e4rkt wurde, w\u00e4hrend sich eine interne B\u00fcrokratisierung und Hierarchisierung allm\u00e4hlich durchsetzte: Diejenigen, die \u00fcber ein paar mehr verbale Ausdrucksmittel verf\u00fcgten, konnten sich an die Spitze der Mobilisierung setzen.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Es gibt ein besonders bedeutsames Zitat von Mascolo, das in den diesem Autor gewidmeten Notizen<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote19sym\" name=\"sdfootnote19anc\"><sup>19<\/sup><\/a> zitiert und in einem neueren Text aufgegriffen wird.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote20sym\" name=\"sdfootnote20anc\"><sup>20<\/sup><\/a><br \/>\n\u201c<\/span><span lang=\"de-DE\">Jeder von uns hat das gro\u00dfe Schauspiel des Dialogs zwischen einem einfachen Menschen und einem Experten der klaren Sprache schon tausendmal pers\u00f6nlich miterlebt. Der Mann der klaren Sprache spricht, bringt Gr\u00fcnde vor, st\u00fctzt sich auf unz\u00e4hlige Argumente: er allein hat das Arsenal der Argumente. Er ist also im Vorteil. Er ist unwiderlegbar. Er hat das letzte Wort. Der andere, der keine klare Sprache hat, weil seine Situation, die er nicht idealisiert hat, nicht klar ist, kann am Ende nur schweigen und scheint sein Unrecht zuzugeben. Im n\u00e4chsten Moment finden wir ihn gedem\u00fctigt, aber \u00fcberzeugt, dass er im Recht ist, ohne einen klaren Grund. Es scheint ihm dann, dass Gewalt allein vielleicht das Richtige gegen\u00fcber der klaren Sprache ist, die ihm Unrecht tut. Und er hat Recht. Klare Sprache ist Vereinfachung. Es ist die idealistische Vereinfachung. Um der Unklarheit der Revolution gerecht zu werden, muss man erst auf die rationale Illusion der klaren Sprache verzichtet haben.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote21sym\" name=\"sdfootnote21anc\"><sup>21<\/sup><\/a><\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Die revolution\u00e4ren Gr\u00fcnde f\u00fcr einen Kampf sind genau jene, die keinen Platz in einem bereits vorgegebenen Rechtfertigungsraster finden. Wir untersuchen diese Gr\u00fcnde, bar jeglicher Worte, um sie zu intensivieren, nicht um sie zu \u00fcbersetzen und anderen hinzuzuf\u00fcgen. <\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">In vielen dieser territorialen K\u00e4mpfe hat es eine vergleichbare <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">Separation<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> gegeben, wobei zu ber\u00fccksichtigen ist, dass die Trennung zwischen diesen beiden Seiten nicht eindeutig ist und nicht starr durch bestimmte Identit\u00e4ten verk\u00f6rpert wird. Die beiden Fronten k\u00f6nnen beweglich sein, der Einzelne kann st\u00e4ndig von der einen auf die andere Seite wechseln (der B\u00fcrger kann seine alten \u00dcberzeugungen schwankend aufgeben und wieder aufnehmen), es geht darum, die richtige Positionierung zu finden, diejenige, die die Latte der Feindschaft gegen die Institutionen und ihre Projekte jedes Mal h\u00f6her legt, nicht nur mit Worten, sondern mit Gesten.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen also von einer Form sprechen, die man als \u201eKomitee-Form\u201c bezeichnen k\u00f6nnte, die ein Problem und eine Grenze f\u00fcr das Gedeihen dieser Art von Kampf darstellt. Das Problem ist nicht \u201eformal\u201c, d.h. die Existenz oder Nichtexistenz eines strukturierten Komitees, sondern die Art und Weise, wie man dazu neigt, eine Gemeinschaft im Kampf zu bilden. Und diese Art von Reflex ber\u00fchrt nicht notwendigerweise nur die B\u00fcrger, die \u00fcberall offizielle Komitees gr\u00fcnden wollen, sondern auch die militanten Gruppen, die <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">spiegelbildlich<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> ihre eigenen Formen der Identifikation in den Mittelpunkt stellen k\u00f6nnen (und so den Kampf als Raum f\u00fcr den Ausdruck ihrer Identit\u00e4t durch Slogans, Verhaltensweisen und spezifische Aktionen nutzen).<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Oft versucht diese Form, sich mit \u00fcberlokalen Pl\u00e4nen auszustatten, um sich besser legitimiert zu f\u00fchlen und um auf der gleichen Ebene wie die regional-lokalen Regierungen einen Dialog f\u00fchren zu k\u00f6nnen. Es er\u00fcbrigt sich zu sagen, dass sich diese Arten von politischen Verpackungen und Etiketten zumeist als leer und unwirksam erweisen und nur dazu dienen, ein Treffen und einen Austausch zwischen einigerma\u00dfen \u00e4hnlichen Erfahrungen zu erm\u00f6glichen.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Das Bestreben, das hinter den hier pr\u00e4sentierten \u00dcberlegungen und Versuchen steckt, ist es, diese \u201cKomitee-Form\u201d zu dezentralisieren, <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">sie<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> durch eine Reihe von Arrangements aufzul\u00f6sen, durch Wege, in die Energien investiert werden k\u00f6nnen:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Die Pr\u00e4senz vor Ort und den informellen Austausch zwischen den Beteiligten favorisieren.<\/span><\/p>\n<\/li>\n<li><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">D<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\">ie Formalisierung und Verfestigung einer Versammlungsform <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">verhindern<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\">, <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">ihre Festlegung<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> als grundlegendes Entscheidungsmoment <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">unterbinden<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\">, das andere Formen der Initiative behindern und die Entwicklung eines Kampfes b\u00fcrokratisieren w\u00fcrde.<\/span><\/li>\n<li>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Gleichzeitig sollten endlose Versammlungen mit ihrer vorget\u00e4uschten Horizontalit\u00e4t vermieden werden, und es sollte vermieden werden, Raum f\u00fcr diese Formen des performativen Protagonismus zu lassen.<\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Raum lassen f\u00fcr alle Arten von Diskursen und Motiven, ohne dass <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">ein<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> Plan irgendeine Form von Zentralit\u00e4t annimmt.<\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Deutlich machen, dass Formen der <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">Vermittlung<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> meist eine Farce sind und dass ein NEIN <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">zur gleichen Zeit<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> absolut und affirmativ sein kann. <\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Vermeiden, sich auf dieselbe <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">epistemologisch<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\">-planerische Ebene zu begeben wie die Regierung des <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">Territoriums<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> und der anderen Seite Planungsalternativen vorzulegen, die sich nur von <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">diesen Alternativen<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> ern\u00e4hren und sie auf eine mystifizierende Weise integrieren w\u00fcrde. Es ist nicht notwendig, eine Alternative zu haben, um NEIN zu sagen.<\/span><\/p>\n<\/li>\n<li><span lang=\"de-DE\">Vermeiden, diese K\u00e4mpfe als umweltpolitische K\u00e4mpfe zu kodifizieren oder <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">mit einem <\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\">Etikett zu versehen, das die gegenw\u00e4rtige \u00f6ffentliche politische Debatte kennzeichnet. Vielmehr sollte bekr\u00e4ftigt werden, dass die <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">Handlungskraft [potenza]<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> und die M\u00f6glichkeit des Sieges eines Kampfes in der <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">Pr\u00e4senz<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\">, <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">im Leben und Bewohnen eines Ortes liegt.<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> Aus diesem Grund ist es, auch wenn man (globale, europ\u00e4ische, nationale oder b\u00fcrgernahe) Prozesse identifizieren kann, die diese Gebiete in irgendeiner Weise bedrohen, strategischer, die Einzigartigkeit des Kampfes selbst zu betonen, um ihn zu intensivieren, als eine Ausweitung auf Themen vorzunehmen, die je allgemeiner <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">desto<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> weniger offensichtlich sind:<br \/>\n<\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">Um die eindrucksvolle<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> Formel <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">eines Freundes aufzugreifen<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\">, geht es nicht darum, sich in einen \u00f6kologischen Diskurs zu kleiden, sondern <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">die Erfahrung einer <\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\">\u201e\u00d6kologie der <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">Pr\u00e4senz<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\">\u201c zu <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">machen<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\">.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote22sym\" name=\"sdfootnote22anc\"><sup>22<\/sup><\/a><\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"western\">\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Offensichtlich ist das, was <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">bis hierhin<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> entwickelt wurde, weitgehend unzureichend. Es gibt zahlreiche weitere Grenzen und Schwierigkeiten, auf die man sto\u00dfen kann.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Wie kann man zum Beispiel einen solchen Ansatz durchsetzen, ohne in eine Form der hegemonialen Auseinandersetzung und eine Logik der Konkurrenz zu verfallen, wenn man bei dieser Art der Mobilisierung mit anderen Gruppen, die die \u201eBewegung\u201c bilden, mit ihren Reflexen und Ritualen in Ber\u00fchrung kommt?<br \/>\nWenn man nicht den Ehrgeiz kultiviert, die Partei zu sein, die den Aufstand organisiert, insbesondere angesichts der reduzierten Dimension dieser Art von Konflikten, welche Art von \u201eSieg\u201c kann man dann vorhersehen? Sicherlich k\u00f6nnen solche Erfahrungen in Ermangelung von Momenten der Massenmobilisierung dazu beitragen, Beziehungen zu vertiefen, aber auch st\u00e4rkere Kampfinfrastrukturen zu entwickeln, mit ihnen zu experimentieren, die eigenen Organisationskapazit\u00e4ten zu verbessern und gr\u00f6\u00dfere autonome Kapazit\u00e4ten aufzubauen.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Auf einer allgemeineren Ebene zeigten Erfahrungen wie die in Turin und Bologna jene Probleme der Mehrdeutigkeit auf, die auch in einem Teil der <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">Bewegung gegen den Green Pass <\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\">zu finden waren: die Tendenz, auf den erkenntnistheoretischen Diskurs der Regierung zur\u00fcckzugreifen, um den Widerstand zu <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">legitimieren<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\">, und dass diese Ebene vorherrschend wird.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Es bleibt noch zu untersuchen, wie man sich durch diese Mehrdeutigkeiten hindurchbewegen kann, wie man radikalen Formen der Ablehnung, die politisch, ethisch, aber auch erkenntnistheoretisch ist, Substanz verleihen kann; wie man ihr durch Formen der Territorialisierung, die konspirative Orte, Zonen der offensiven Undurchsichtigkeit entstehen lassen, Best\u00e4ndigkeit verleiht.<br \/>\nWas offensichtlich ist, ist die Tatsache, dass wir uns immer noch auf einer hypothetischen Ebene bewegen, die haupts\u00e4chlich vo<\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">n der Negation<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> gepr\u00e4gt ist (<\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">gegen\u00fcber<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> der klassischen <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">Bewegungspolitik<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> usw.) und die immer noch darum ringt, affirmative Hypothesen zu sch\u00e4rfen.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Die Arbeit, die noch zu leisten ist, besteht darin, zu versuchen, \u00fcber die Erfahrungen nachzudenken, die wir machen k\u00f6nnen, und dabei den Kontakt zu den Formen der Desertion aufrechtzuerhalten&#8230; andererseits besteht die komplexeste Herausforderung darin, nicht aus Bequemlichkeit in Beziehungs- und Organisationsformen zur\u00fcckzufallen, <\/span><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"de-DE\">die wir am Besten kennen, aus<\/span><\/span><\/span><span lang=\"de-DE\"> Faulheit auf das Vertraute zur\u00fcckzugreifen.<br \/>\n<\/span><br \/>\n[\u00dcbersetzung aus dem Italienischen]<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">\n<div id=\"sdfootnote1\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote1anc\" name=\"sdfootnote1sym\">1<\/a><span style=\"color: #467886\"><u> <a href=\"https:\/\/www.nigredo.org\/2024\/07\/03\/brevi-appunti-su-militanza-politica-e-diserzione\/\">https:\/\/www.nigredo.org\/2024\/07\/03\/brevi-appunti-su-militanza-politica-e-diserzione\/<\/a><\/u><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote2\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote2anc\" name=\"sdfootnote2sym\">2<\/a> Es scheint mir klar zu sein, dass der Medienaktivismus von Soulevement de la Terre wie auch anderer Bewegungen schlie\u00dflich in der Konsolidierung eines Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisses stecken geblieben ist, in dem die Polizei nicht davor zur\u00fcckschreckt, Tote zu hinterlassen. Die gro\u00dfspurigen Ank\u00fcndigungen von \u201einternationalen Aktionen\u201c haben keinen wirklichen Mobilisierungseffekt, sondern f\u00fchren zu einem beeindruckenden Aufgebot an Polizeikr\u00e4ften, die jede andere Form von Aktion als die der Performance eines sozialen Netzwerks verhindern.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote3\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote3anc\" name=\"sdfootnote3sym\">3<\/a> Im italienischen Original steht hier \u201cpotenza di agire\u201d. Das Wort Potenza beinhaltet eine kaum zu \u00fcbersetzende Doppeldeutigkeit von Macht und M\u00f6glichkeit. <span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"it-IT\">Es<\/span><\/span><\/span> bezeichnet nicht die herrschende oder konstituierte Macht, sondern eher so etwas wie ein (noch) nicht eingel\u00f6stes Potential.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote4\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote4anc\" name=\"sdfootnote4sym\">4<\/a> Ob ideologisch oder auf Kategorien wie \u201crace\u201d und Klasse bezogen, wie im Fall der ethnischen Komplexit\u00e4t, die die Momente der Revolte nach dem Tod von George Floyd in den USA belebte, mit einer signifikanten Pr\u00e4senz wei\u00dfer Randalierer, die jede rassistische Erkl\u00e4rung der Unruhen sowie bestimmte dekoloniale Lesarten, die nur f\u00fcr einige akademische Papiere gut sind, widerlegt.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote5\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote5anc\" name=\"sdfootnote5sym\">5<\/a> Mario Tronti: <i>On destituent power<\/i>, online unter https:\/\/illwill.com\/on-destituent-power.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote6\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote6anc\" name=\"sdfootnote6sym\">6<\/a> Adrian Wohlleben: <i>Memes ohne Ende<\/i>, online unter https:\/\/non-milleplateaux.de\/memes-ohne-ende\/<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote7\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote7anc\" name=\"sdfootnote7sym\">7<\/a><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"it-IT\"> \u00c4hnlich haben wir dies begr\u00fcndet in:<\/span><\/span><\/span> <i>Strategia della separazione<\/i>, online unter <span style=\"color: #467886\"><u><a href=\"https:\/\/www.nigredo.org\/2024\/02\/10\/la-strategia-della-separazione\/\">https:\/\/www.nigredo.org\/2024\/02\/10\/la-strategia-della-separazione\/<\/a><\/u><\/span>, sowie in <span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"it-IT\">einem<\/span><\/span><\/span> <span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"it-IT\">anderen Text<\/span><\/span><\/span> von Michele Garau: <i>Senza perch\u00e9<\/i>, online unter <span style=\"color: #467886\"><u><a href=\"https:\/\/archivioanomia.it\/senza-perche\/\">https:\/\/archivioanomia.it\/senza-perche\/<\/a><\/u><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote8\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote8anc\" name=\"sdfootnote8sym\">8<\/a> Giorgio Cesarano und Gianni Collu: <i>Apocalisse e Rivoluzione<\/i>, Elfte These.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote9\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote9anc\" name=\"sdfootnote9sym\">9<\/a> Ein interessanter Reflexionsvorschlag dar\u00fcber, wie das Interstitielle zu denken w\u00e4re, wurde in diesem Text von einigen Freunden aus Quebec entwickelt: <span style=\"color: #467886\"><u><a href=\"https:\/\/lundi.am\/Conspiration-et-interstice\">https:\/\/lundi.am\/Conspiration-et-interstice<\/a><\/u><\/span> [Interstitiell <span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"it-IT\">kann<\/span><\/span><\/span> in etwa als \u201cZwischenr\u00e4ume bildend\u201d \u00fcbersetzt werden. Um das theoretische Konzept, das unter anderem auf Erik Olin Wright zur\u00fcckgeht zu kennzeichnen, <span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"it-IT\">belasse<\/span><\/span><\/span> ich es hier <span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"it-IT\">beim<\/span><\/span><\/span> Fremdwort, Anm. d. \u00dc.]<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote10\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote10anc\" name=\"sdfootnote10sym\">10<\/a> Auf den Seiten des Blogs Nigredo wurde diesem Thema bereits viel Raum gewidmet. <span style=\"color: #467886\"><u><a href=\"https:\/\/www.nigredo.org\/2024\/02\/25\/la-verita-circolare-dellinformazione-e-la-sua-negazione\/\">https:\/\/www.nigredo.org\/2024\/02\/25\/la-verita-circolare-dellinformazione-e-la-sua-negazione\/<\/a><\/u><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote11\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote11anc\" name=\"sdfootnote11sym\">11<\/a> Wissenschaftler und Regierungen als neue Priester, die 20-Uhr-Nachrichten als neue Messen. Statistische Kurven und Diagramme als die neue Bibel, die es zu interpretieren gilt.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote12\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote12anc\" name=\"sdfootnote12sym\">12<\/a> <span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"it-IT\">Digitaler Covid-Impfausweis<\/span><\/span><\/span>.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote13\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote13anc\" name=\"sdfootnote13sym\">13<\/a> Auch wenn viele von ihnen schnell identifiziert und verhaftet wurden, da sie Szenen der Pl\u00fcnderungen auf ihren Instagram-Profilen gepostet hatten.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote14\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote14anc\" name=\"sdfootnote14sym\">14<\/a> Diese \u00dcberlegungen finden sich bereits in <i>Memes ohne Ende.<\/i><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote15\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote15anc\" name=\"sdfootnote15sym\">15<\/a> <span style=\"color: #467886\"><u><a href=\"https:\/\/www.lemonde.fr\/planete\/article\/2022\/05\/11\/des-etudiants-d-agroparistech-appellent-a-deserter-des-emplois-destructeurs_6125644_3244.html\">https:\/\/www.lemonde.fr\/planete\/article\/2022\/05\/11\/des-etudiants-d-agroparistech-appellent-a-deserter-des-emplois-destructeurs_6125644_3244.html<\/a><\/u><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote16\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote16anc\" name=\"sdfootnote16sym\">16<\/a> Dazu: https:\/\/www.nigredo.org\/2024\/07\/04\/760\/<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote17\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote17anc\" name=\"sdfootnote17sym\">17<\/a> Mouvaise Troupe: Contrade. Storie di ZAD e NoTav. Hugh Farrel: Die Strategie der Zusammensetzung, https:\/\/bonustracks.blackblogs.org\/2023\/05\/22\/die-strategie-der-zusammensetzung-part-1\/<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote18\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote18anc\" name=\"sdfootnote18sym\">18<\/a> Nicol\u00f2 Molinari: Die Wellen brechen, https:\/\/www.magazinredaktion.tk\/docs\/alchemie.pdf<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote19\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote19anc\" name=\"sdfootnote19sym\">19<\/a> Michele Garau, \u00abCi\u00f2 che sfugge alla menzogna \u00e8 poca cosa\u00bb. Note su Dionys Mascolo. <span style=\"color: #467886\"><u><a href=\"https:\/\/www.machina-deriveapprodi.com\/post\/ci%C3%B2-che-sfugge-alla-menzogna-%C3%A8-poca-cosa-note-su-dionys-mascolo\">https:\/\/www.machina-deriveapprodi.com\/post\/ci%C3%B2-che-sfugge-alla-menzogna-%C3%A8-poca-cosa-note-su-dionys-mascolo<\/a><\/u><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote20\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote20anc\" name=\"sdfootnote20sym\">20<\/a> <span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"it-IT\">Michele Garau: The strategy of separation. https:\/\/www.illwill.com\/separation<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote21\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote21anc\" name=\"sdfootnote21sym\">21<\/a> Dionys Mascolo: <i>Le communisme<\/i>, <span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-size: small\"><span lang=\"it-IT\">S. <\/span><\/span><\/span>558.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote22\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote22anc\" name=\"sdfootnote22sym\">22<\/a> Anonimo: Riconnessioni. Per un\u2019ecologia della presenza <span style=\"color: #467886\"><u><a href=\"https:\/\/vitalista.in\/2021\/02\/06\/riconnessioni\/\">https:\/\/vitalista.in\/2021\/02\/06\/riconnessioni\/<\/a><\/u><\/span><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um im gro\u00dfen Fluss zu schwimmen, muss man sp\u00fcren, wohin er flie\u00dft, vor allem, wenn er die W\u00fcsten unterirdisch durchquert (Aberto Magnaghi, Per un&#8217;idea di libert\u00e0) Erste Pr\u00e4misse: Die \u201eKrise der Militanz\u201c und die Notwendigkeit, mit neuen Formen zu experimentieren, &hellip; <a href=\"https:\/\/nonkongress.noblogs.org\/?p=339\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":18980,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[10,36],"tags":[],"class_list":["post-339","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-news","category-sonntag"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/nonkongress.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/339","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/nonkongress.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/nonkongress.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/nonkongress.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/18980"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/nonkongress.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=339"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/nonkongress.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/339\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":341,"href":"https:\/\/nonkongress.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/339\/revisions\/341"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/nonkongress.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=339"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/nonkongress.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=339"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/nonkongress.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=339"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}